Studie: Schlaue sind dümmer

23.07.2012 22:05 Uhr | Aktualisiert 23.07.2012 22:53 Uhr
Macht denken dumm? (FOTO: DPA) 
Von Steffen Könau
Forscher erschrecken die Welt schon wieder mit neuen, entsetzlichen Erkenntnissen: Schlaue Menschen sind häufig dümmer als nicht ganz so schlaue Menschen!
Drucken per Mail
Halle (Saale)/MZ. 

Eben erst deckten amerikanische Wissenschaftler schonungslos auf, dass Menschen mit geringerer Intelligenz häufiger dazu neigen, konservativen Ideen anzuhängen. Und nun erschrecken Kollegen dieser Forscher die Welt schon wieder mit neuen, entsetzlichen Erkenntnissen: Schlaue Menschen sind häufig dümmer als nicht ganz so schlaue Menschen!

Muss die Weltgeschichte der Intelligenz neu geschrieben werden? Das Experiment, das der Psychologe Richard West von der Madison-Universität in Harrisonburg mit 482 Studenten durchführte, lässt es vermuten. Vor die einfache Aufgabe gestellt, spontan auf die Frage zu antworten, was der Ball kostet, wenn für Ball und Schläger zusammen 1,10 Dollar gezahlt werden müssen und der Schläger allein einen Dollar teurer ist als der Ball, tippten die Angehörigen der Bildungselite häufig auf einen Preis von zehn Cent. Wo fünf richtig gewesen wäre. Die Wissenschaft schließt daraus, dass clevere Menschen ihrer eigenen Klugheit so sehr vertrauen, dass sie denkfaul werden und dadurch Fehlurteile fällen. Zwar seien die Betroffenen in der Lage, falsche Einschätzungen bei anderen schnell zu erkennen, bei sich selbst aber hindere sie eine Art blinder Fleck daran, das eigene Urteil infrage zu stellen, so Richard West.

Das korrespondiert auffällig mit der anderen Studie, nach der weniger schlaue Menschen einen Hang zu anstrengungslosem Denken haben: Als Konservative wissen sie sowieso, dass es im Leben immer jemanden gibt, der sie betrügt. Die Schlauen sind dümmer. Sie wissen genau, was die Dummen falsch machen. Und machen es besser, indem sie sich selbst beschummeln.