Tipi-Dorf um Marterpfahl

25.05.2012 16:49 Uhr | Aktualisiert 25.05.2012 18:52 Uhr
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Jubel um den Marterpfahl:  35 Kinder haben...

Jubel um den Marterpfahl: 35 Kinder haben mit ihren Betreuern zu den "Äktschentagen" der Heilsarmee die Zelte aufgeschlagen. Das Camp fand zum zweiten Mal auf dem Gelände der Firma Praml statt. (FOTO: TORSTEN BIEL)

Von constanze matthes
Die Blackfoots, Crees und Irokesen hatten ihre weißen Zelte aufgeschlagen. Handtücher, Socken und T-Shirts hingen ordentlich auf der Wäscheleine. Ein Marterpfahl reckte sich in die Höhe und erinnerte mit seiner kunterbunten Bemalung an ein Hundertwasser-Werk.
naumburg. 

Ein Lagerfeuer war nicht weit. Nach 2011 fanden zum zweiten Mal die "Äktschentage" der Naumburger Heilsarmee vor den Toren der Domstadt im Gewerbegebiet Schönburg statt - diesmal unter dem Motto "Gefährten der Wildnis". Die erlebnisreiche Pfingstferienaktion führte 35 Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren in das Kanada des 19. Jahrhunderts.

Auf das besondere Thema war Damaris Weyrowski gestoßen. "Ich habe ein Buch gelesen, darin war die Geschichte des Missionars James Evans beschrieben, der unter den Ureinwohnern des Landes lebte", erzählte die 41-Jährige (siehe "Vita"). Die Verbindung der verschiedenen Kulturen und die Vermittlung des Glaubens seien die Hauptthemen jener Geschichte, erklärte die ehrenamtliche Mitarbeiterin der Heilsarmee weiter.

Workshops standen im Camp ebenso auf dem Programm wie Freizeitaktivitäten wie Fußball, Bogenschießen und Geländespiele. Die Gruppe ging zudem auf Wanderung, sammelte im Naumburger Buchholz Kräuter, sang gemeinsam Lieder, bastelte. Als Auftakt der dreitägigen Aktion gestalteten die Kinder ihr Lager selbst mit viel Holz. Sie errichteten unter anderem eine Freiluftdusche, eine Wippe und ein Lagerfeuer. Betreut wurden die Mädchen und Jungen, die vorwiegend aus nichtreligiösen Familien stammen, von ehrenamtlichen Helfern, darunter zahlreichen Jugendlichen. "Einige Mitarbeiter hatten zuvor die Möglichkeit erhalten, sich auf dem Gebiet der Erlebnispädagogik weiterzubilden", erzählte Gemeindeleiterin Claudia Leicht. Impressionen des diesjährigen Camps in Form von Fotos und Videosequenzen werden zum Gottesdienst am morgigen Sonntag ab 10.30 Uhr in der Begegnungsstätte in der Schreberstraße gezeigt.