Und damit ein solcher Plan in die Tat umgesetzt werden kann, muss erstmal ein Bebauungsplan her. Den kann man nicht so einfach aus dem Ärmel zaubern, und deshalb hat der Naumburger Gemeinderat nun beschlossen, dass ein Bebauungsplan zur "Städtebaulichen Neuordnung des Geländes der Justizvollzugsanstalt" aufgestellt werden soll.
In der Begründung des Beschlussvorschlags heißt es dazu: "Das Gelände der Justizvollzugsanstalt Naumburg soll nach Aufgabe der Nutzung durch das Land Sachsen-Anhalt einer städtebaulichen Neuordnung und (neuen) gebietsverträglichen Nutzung zugeführt werden. " Die Lage spielt wie bei allen Immobilienstandorten dabei eine besondere Rolle, und die ist für Häuslebauer eine durchaus lukrative. Das JVA-Gelände grenzt an der Nordostseite an das städtebaulich bedeutsame Bürgergartenviertel. "Hinsichtlich der Erhaltung des Gebietscharakters und der Qualitäten des Bürgergartenviertels ist deshalb besonderes Augenmerk auf die künftige Entwicklung dieses Standortes zu richten", damit argumentiert man in der Stadtverwaltung.
Der von den Fachleuten zu entwickelnde Bebauungsplan für das JVA-Gelände diene der städtebaulichen Ergänzung und Abrundung des umgebenden Bürgergartenviertels. Denkbar sei bei der zukünftigen Entwicklung des Standortes sowohl das Wohnen und "nicht störende gewerbliche Nutzung" als auch besondere Wohnformen. Das alles soll das "bislang prägende Angebot im Bürgergartenviertel sinnvoll ergänzen." Das Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt (Limsa) führt Liegenschaften, die keinen Verwaltungszwecken mehr dienen, der Veräußerung zu und ermöglicht Investoren den Erwerb solcher Immobilien. Ende September will das Justizministerium die JVA-Liegenschaft an das Limsa übergeben. Wie und ob sie künftig genutzt werden soll, ist offen. Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU) erwähnte kürzlich, dass er sich eine Nutzung des alten Schwurgerichts durch das Theater Naumburg vorstellen könne. Es gab oder gibt auch einen sozialen Träger, der sich an der Nutzung der Immobilie interessiert gezeigt habe.