Weiter in Bildungsoffensive

03.08.2012 08:55 Uhr | Aktualisiert 03.08.2012 09:02 Uhr
Im Zuge ihrer Bildungsoffensive kann die VG An der Finne bereits auf einige Erfolge in der Arbeit mit Kindern verweisen. (FOTO: ARCHIV/RAINER WISSENBACH) 
Von dieter jäger
Die Verbandsgemeinde (VG) An der Finne strebt an, in ihrem Gebiet ein Modellprojekt des Landes unter dem Titel "Eltern und Familien als Bildungsinstitutionen im ländlichen Bereich" zu starten.
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Bad Bibra. 

VG-Bürgermeister Götz Ulrich hat dafür unlängst Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) persönlich sensibilisiert, als dieser in seiner Mission als Schirmherr der anstehenden Korrespondenzausstellung zur Landesschau um Otto den Großen in Memleben war. Ulrich übergab Dorgerloh eine Art schriftliche Bewerbung dafür. Und der Minister staunte nicht schlecht, wie gut der Bürgermeister informiert war, der auch schon einen möglichen Förderpartner benennen konnte.

Verein gibt bereits die Richtung vor

Das könnte das "familY-Programm" des Vereins "buddY" sein, dessen Vorsitzende die einstige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth ist. "Die Ziele des Vereinsprogramms decken sich mit jenen unserer beiden Kinder-Eltern-Zentren, an die wir das Modellprojekt anbinden wollen", erläuterte Ulrich. Damit könnte für den ländlichen Raum erprobt werden, ob und welche Ergebnisse man durch dezentrale Angebote bei der Etablierung von Eltern als Bildungsinstitutionen erreichen kann.

Die VG hat ja bereits 2010 ihre Bildungsoffensive gestartet. Es ging ihr dabei darum, in der sehr ländlich geprägten Region mit starken demographischen Verwerfungen einen eigenen Beitrag zu leisten, um die Bildungsqualität in den Kindertagesstätten und Grundschulen ebenso wie in den Elternhäusern zu stärken. Und die VG kann da auch schon einige Erfolge vorweisen (siehe auch "Fakten"). Doch trotz aller Bemühungen ist laut Ulrich Fakt: "Der Bildungserfolg von Kindern wird maßgeblich vom Elternhaus beeinflusst." Deren Funktion als Bildungsinstitution sei bisher kaum im Fokus spezieller Projekte gewesen - zumindest im ländlichen Raum. Dort müssten große Entfernungen zurückgelegt werden, um beispielsweise Angebote von Familienbildungsstätten zu erreichen. Für deren Beratung, Betreuung und Schulung müsse man deshalb laut Ulrich die Eltern und andere Familienmitglieder "stärker ins Boot holen" und ihre Potenziale besser für die Bildung der Kinder nutzen. Dafür seien Angebote für sie dort notwendig, wo sie ihren Alltag bestreiten.

Moderierte Elterntreffen im Visier

Die Konzeption des genannten "familY-Programms" ist darauf ausgerichtet, Eltern in die Lage zu versetzen, die Lern- und Schulzeit ihrer Kinder effektiv zu begleiten und den Bildungserfolg zu steigern. Dies soll in enger Verknüpfung mit den Bildungseinrichtungen und in der VG speziell mit den beiden Kinder-Eltern-Zentren passieren. Als "familY-Programm"-Elemente sollen dort zwölf moderierte Elterntreffen rund um Bildungsfragen, auch für Großeltern oder andere wichtige Bezugspersonen, organisiert werden. Um die elterliche Unterstützung für ihre Kinder besser ausprägen zu können, soll den Teilnehmern ein erfahrungsorientiertes Lernen vermittelt werden - durch praktische Übungen und bewährte Methoden. Wie bei "buddY" will man auch an der Finne die Themen der Treffen eng an den Alltag der Familien knüpfen, so dass die Programminhalte problemlos in die Routine des täglichen Lebens einfließen können.