Zünftiges Markttreiben auf dem Naumburger Marienplatz - so manch einer wünscht sich, dass es das nicht nur einmal im Jahr gibt. (FOTO: MZ)
Unzählige Händler und Handwerker hatten ihre Stände aufgeschlagen und boten ihre Waren feil. Drehorgelmucki ließ zum ungezählten Mal das Kirschfestlied ertönen, und der Flemminger Posaunenchor begrüßte gebührend Oberbürgermeister Bernward Küper, den Vorsitzenden des Naumburger Kirschfestvereins, Bernd Nestler, sowie ein Gefolge von Ratsdamen und -herren - nicht zuletzt den Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp. Küper erklärte die Peter-Pauls-Messe für eröffnet und alles ging wie alle Jahre seinen üblichen Gang.
Küper und Gefolge steuerten auf den Stand von Kanu-Bauer Mika Holm zu. Hier entspann sich zwischen Küper, dessen Aachener Amtskollegen und dem Kanu-Bauer ein Fachgespräch, bei dem es um Holzvorzüge, einen robusten Unterbau und anderes mehr ging. Holm versicherte, dass seine von Hand gefertigten Kanus mittlerweile gut gefragt sind, allerdings zu 99 Prozent von Wassersportlern aus den westlichen Bundesländern. Seine Boote, das versicherte er, seien Anschaffungen fast für die Ewigkeit, man könne sie vererben, so sein Versprechen. Der gemeinsame Stand der Zimmerei Alf und der Dachdeckerfirma Fritzsche war das nächste Ziel des Naumburger Stadtoberhauptes. Arbeit wartete auf die Besucher. Ein Hobel wurde Küper in die Hand gedrückt, den er recht gut zu meistern wusste. Zumindest fielen Späne. Eine Spezialanfertigung, ein Hobel, an dem gleich zwei oder drei Handwerker arbeiten können, galt es dann zu handhaben. Küper, dessen Stellvertreter Gerd Förster und Aachens OB Philipp versuchen sich gemeinsam und waren erfolgreich. Zur Stärkung wurde den Gästen Bier gereicht.
In Küpers Begleitung fand sich in gewohnter Weise die Naumburger Stadtwache mit ihrem Hauptmann Rainer Deike. Auch zwei Gäste aus Tansania beobachteten mit großem Interesse das Geschehen. Die Afrikaner, die sich für vier Wochen auf Einladung der evangelischen Gemeinde in Naumburg aufhalten, zeigten sich begeistert. "Das ist ein wunderbares Fest, alle sind so freundlich", schwärmte Michael Mkinywa. Der selben Meinung ist der Dechant der Vereinigten Stifter, Georg Graf von Zech. Ihm gefällt, dass alljährlich zum Kirschfest die ehemaligen Naumburger anreisen, sich mit Freunden und Verwandten treffen und die Generationen friedlich miteinander feiern. Sehen, staunen, kaufen und miteinander reden war wieder das Motto zur Peter-Pauls-Messe.