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Tierische Show

Wenn Papagei «Koko» und Huhn «Paula» Stars werden

VON Sabrina Gorges, 26.01.05, 07:47h
Brüder Michael (l.) und Mathias Bussenius
Die Brüder Michael (l.) und Mathias Bussenius aus Halberstadt präsentieren sich mit den Papageien Jacco (l.) und Koko am Montag (24.01.2005) in Halberstadt. Beide zeigen in ihrer Tiershow "Papagei & Co.", was ihre tierischen Artisten - Papageien, Haushuhn, Mäuse, Pfautauben, Kaninchen und andere Gefährten aus dem Zoo - in ihrer Ausbildung gelernt haben. Die beiden gelernten Zootierpfleger zeigen ihre Show vornehmlich im Zoo Halberstadt. Aber auch rund 1.200 Auftritte in ganz Deutschland haben die Brüder in ihrer 25-jährigen Show-Karriere schon mit ihren tierischen Künstlern bestritten. (Foto: dpa)
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Halberstadt/dpa. Etwas träge sitzt das braune Haushuhn «Paula» auf der obersten Stange. Derweil liefern sich die Graupapageien «Koko» und «Carlo» ein Rennen auf ihren roten Geländewagen. Auch der Balanceakt des Duos auf einem Schläger, die Artistiknummer mit dem Würfel oder der Tanz auf der Discokugel sind beliebte Elemente der Tiershow «Papagei & Co.». Mit ihr ziehen Michael und Mathias Bussenius aus Halberstadt schon mehr als 25 Jahre kleine und große Zuschauer in ihren Bann. Rund 1200 Auftritte in ganz Deutschland haben sie bislang gezählt. Zentraler Ort ihrer Show ist der Tiergarten Halberstadt, denn hier sind Paula & Co. zu Hause. Das Brüderpaar lenkt die Geschicke der Anlage.

Endlich darf auch «Paula» zeigen, was in ihr steckt. Mit einem gekonnten Flug- und Landemanöver lassen sich die weißen Pfautauben «Turtel» und «Turtelinchen» auf dem breiten Hühnerrücken nieder. «Ja, das ist euer Platz», lobt Mathias Bussenius immer wieder. «Sehr schön, schön aufpassen.» Jetzt ist Nachwuchstalent «Apollo» gefragt. «Und festhalten», gibt Bruder Michael das Kommando an den jungen Gelbhaubenkakadu, der sich flink an dem bunten Seil vergnügt.

«Wir reden viel mit den Tieren», erläutert der Fachmann später. «Sie haben großes Vertrauen in unsere Stimmen.» Unterstützt werden die gefiederten Showstars von Mäusen, einem Kaninchen und anderen Gefährten aus dem Zoo.

Das Repertoire der Show «Papagei & Co.» ist abwechslungsreich. «Wir können zwischen 10 und 35 Minuten Programm variieren», erzählt Michael Bussenius. Passende Musik und eine gekonnte Moderation der beiden 46 und 47 Jahre alten Tiertrainer runden den Auftritt ab. «Wir passen die Darbietung dem Ort des Geschehens an. Vor Kindern treten wir anders auf, als vor Senioren oder auf Galas.»

Das Wohl der Tiere steht im Mittelpunkt der gelernten Zootierpfleger. «Wir fordern und fördern sie, aber jedes Tier nach seinen Bedürfnissen.» Geschimpft wird nicht und gedrillt schon gar nicht. «Wir wollen ein liebevolles Mensch-Tier-Verhältnis», sind sich beide einig. Schließlich ist das Tier der Partner und Unterdrückung gibt es in einer Partnerschaft nicht. «Wir leisten auch immer ein wenig Aufklärungsarbeit. Wir erklären dem Publikum, warum ein Tier dieses Kunststück kann und ein anderes nicht.»

Diese Aufgabe bewältigen die Gebrüder Bussenius auch durch die Kombination von Leidenschaft und Beruf. «Schon als Kind haben wir uns für Tierdressur begeistert», sagt der 47-jährige Mathias. Eine Wellensittichzucht war der erste Grundstein für eine Arbeit mit Tieren. Das erste Kunststück konnte typischer kaum sein: Mit Zootieren stellten sie die berühmten Bremer Stadtmusikanten nach. «Früher hat man uns belächelt, heute lachen die Leute über Papagei Carlo, wenn er es sich in einem Bett gemütlich macht», betont Michael. Großen Wert legen beide auf die Unterschiede zu einem Zirkus. Hier würden die Tiere oft zu Höchstleistungen und zur Perfektion getrimmt. «Bei uns ist jeder Fehltritt einen Lacher wert», sagen beide.

Und deshalb wird Haushuhn «Paula» auch anders trainiert als zum Beispiel Papagei «Koko», Kakadu «Apollo» oder die drei federfüßigen Zwerghähne. «Es gibt Übungen für alle und spezielle Tricks, die nur einzelne Tiere beherrschen», sagt Michael. Und so macht Huhn «Paula» lieber einen guten Eindruck und verzichtet auf artistische Meisterleistungen - und ist dennoch der heimliche Star der Truppe.


    
    






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