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Ganze Blütenpracht kommt im Frühjahr

VON FRANK RUPRECHT, 09.12.08, 19:03h, aktualisiert 09.12.08, 23:00h
Beim Pflanzen
Kinder der Grundschule "Ferdinand Freiligrath" durften mit Roseburg-Besitzer Rolf Illmer (re.) die Blumenzwiebeln "verstecken". (FOTO: CHRIS WOHLFELD)
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RIEDER/MZ. Die Roseburg erfuhr im Rahmen des gartendenkmalpflegerisch-touristischen Netzwerkes "Gartenträume - Historische Parks in Sachsen-Anhalt" den Anfang einer umfangreichen Schönheitskur, deren Wirkung erst im kommenden Frühjahr zu sehen sein wird. Denn der "Förderverein Roseburg" hat zum Abschluss seiner Aktion "1855 Krokusse für die Roseburg" nun die letzten Zwiebeln in den Boden gebracht - eigentlich bringen lassen. 15 Kinder der verschiedenen Klassenstufen der Grundschule "Ferdinand Freiligrath" durften hier eigens Hand anlegen und gestalteten so ihren künftigen Garten selbst mit. 1855 Krokusse deshalb, weil es das Geburtsjahr des Erbauers der Roseburg, Ernst Bernhard Sehring, war.

1 152 Blumenzwiebeln wurden bisher "versteckt", 8 000 Narzissen und 6 000 Tulpen warten noch darauf. "Insgesamt sind es 32 000 Stück", rechnete Fritz Nennhuber, Chef der Umweltsanierungs- und Strukturförder GmbH (USSG) aus Ballenstedt vor, die sich als Maßnahmeträger im Auftrag der Arge Quedlinburg an dem Projekt beteiligt. Ab dem 15. Januar werden dann zehn Arbeitskräfte der USSG die restlichen Zwiebeln in die Erde bringen.

"Bedingt durch die privaten Eigentumsverhältnisse gab es hier eine besondere Problematik bei der Unterstützung vom Landkreis, von der Arge und vom Land", erinnerte Landrat Michael Ermrich an die Anfänge. Denn seit Mitte 2005 gehört die märchenhafte Burg- und Parkanlage, die ab 1907 bis 1921 als exzentrischer Alterssitz des Architekten Ernst Bernhard Sehring (1. Juni 1855 in Edderitz, Anhalt, geboren; 27. Dezember 1941 in Berlin gestorben) und Sommersitz der Familie entstand, den beiden Spree-Athenern Jutta und Rolf Illmer. Bis dahin gehörte die Roseburg der Haupteigentümerin Steyler-Mission, die das Ensemble im Auftrag der beiden Sehring-Enkeltöchter verwaltete (die MZ berichtete). Da aber die Gemeinde für 15 Jahre das Gelände von den Illmers gepachtet hat, stand einem Fördermittelmittelantrag nichts mehr im Wege. 1,9 Millionen Euro fließen seitens des Landes für die Außenanlagen der Roseburg.

"Es gilt, den Garten nachhaltig zu sichern und weiter zu pflegen. Die Roseburg ist für uns ein echter Fundus", sagte Brunhilde Lange-lüddecke, Vorsitzende des Fördervereins, die die Aktion als gelungen und von allen Seiten gut unterstützt ansieht. "Wir haben die Roseburg soweit im Griff, dass die Anlage nicht weiter verfällt", so der Besitzer Illmer, der der Eröffnung eines Speiserestaurants und eines Burgcafés zum 1. März des kommenden Jahres optimistisch entgegen sieht. Und sein Ziel ist es, "dass wieder jährlich bis 70 000 Besucher zur Roseburg kommen, wie es früher war". Im vergangenen Jahr zählte Illmer schon 23 195 Gäste - zwar nicht alles zahlende, aber immerhin.

Es gibt im Land Sachsen-Anhalt insgesamt 40 der schönsten und bedeutendsten Gartenanlagen, die zum Netzwerk "Gartenträume" zusammengeschlossen wurden. Sie präsentieren die Gartenkunst in ihrer gesamten Vielfalt: von den Gärten einer mittelalterlichen Klosteranlage über Barock- und Landschaftsparks bis hin zu zeitgenössischen Parkanlagen. Allein zehn davon befinden sich im Harz, wie Drübeck, Blankenburg, Wernigerode, Halberstadt, Ballenstedt, Quedlinburg und eben die Roseburg bei Rieder.



    
    






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