Harz
Ausgemergelte Körper und zahlreiche Leichen
VON Simone Andrea Mayer, 12.05.09, 16:14h, aktualisiert 12.05.09, 22:36h

Die britische Schauspielerin Kimberley Nixon bei Dreharbeiten zum Film «Black Death» im Großen Schloss in Blankenburg. Burgen und Landschaften in Sachsen-Anhalt dienen als Kulisse für den Mittelalter-Mystery-Thriller. Seit Ende April und noch bis Anfang Juni laufen im Land die Dreharbeiten für den Film. (FOTO: DPA)
Blankenburg/dpa. Links und rechts des Weges türmen sich
Berge von Leichen. Blutige Fußsohlen ragen unter Tüchern hervor,
ausgemergelte Körper, übersät mit Geschwüren, sitzen daneben auf dem
schlammigen Boden. Es sind schlimme Zeiten, die durchs Land gehen. Im
14. Jahrhundert greift in Europa die Pest um sich und rafft die
Bevölkerung ganzer Dörfer hinweg. Einen solchen düsteren, leeren Ort
hat der Hollywood-Regisseur Christopher Smith auf der Blankenburg im
Harz als Kulisse für einen Kinofilm geschaffen. Bis Anfang Juni
drehen auf der mittelalterlichen Burg die Hollywood-Stars Sean Bean
(«Herr der Ringe») und Eddie Redmayne («Elizabeth») den Mittelalter-
Thriller «Black Death».
Die neue Produktion kommt nicht aus heiterem Himmel - Sachsen-
Anhalt wird immer öfter als Drehort für Kinofilme ausgewählt. Im
vergangenen November drehte Sönke Wortmann «Die Päpstin» auf Burg
Querfurt, zuvor war Til Schweiger für «1 1/2 Ritter» schon in
Blankenburg zu Gast.
«Es gibt keinen besseren Ort in Europa als Sachsen-Anhalt, um
einen Mittelalter-Film zu drehen», sagt Produzent Jens Meurer. Ein
Grund seien die vielen Burgen und Schlösser, ein zweiter die
besondere finanzielle Förderung der Dreharbeiten. Meurer bekam für
«Black Death» einen «kleinen siebenstelligen Betrag» an Fördergeldern
von der Investitionsbank des Landes sowie von der Mitteldeutschen
Medienförderung und dem Medienboard Berlin-Brandenburg. «Wir drehen
natürlich hier nicht nur aus Liebe zur Region, sondern weil es hier
besser funktioniert», sagt Meurer.
Das gedrehte Material wird überwiegend in Halle nachgearbeitet,
und die meisten Drehorte sind in Sachsen-Anhalt. Außerdem können die
Harzer als Statisten im Film mitwirken, und auch inhaltlich spielt
Sachsen-Anhalt eine Rolle: Die Folterknechte im Film kommen aus
Magdeburg. «Die Region ist der Film», sagt Meurer, dessen
Produktionsfirma «Egoli Tossell Film» in Halle sitzt.
Die Blankenburg wird am Ende allerdings nicht im Film zu sehen
sein, nur ihre Burgmauern, an denen während der Dreharbeiten Dreck
und Stroh liegen und es nach Gülle und Rauch riecht. In der Realität
ist die Blankenburg ein angenehmer Ort. Der Himmel ist blau, die
Sonne scheint. «Die Menschen hier sind sehr freundlich, sehr
angenehm», sagt Schauspieler Sean Bean.
Gerade diese freundliche Umgebung stellte das Filmteam vor eine
Herausforderung. «Du bereitest dich auf einen mittelalterlichen Film
vor und du erwartest nicht, dass die Sonne scheint, dass die Felder
grün sind und der Himmel blau», sagt Co-Produzent Phil Robertson.
Sein Hauptdarsteller Bean nimmt das gute Wetter mit Humor: «Wir
hatten schließlich Glück, denn es gab auch ein paar graue Tage
während der Dreharbeiten - das ist perfekt für den Film.»
Neben Blankenburg wird in Wernigerode und Quedlinburg, sowie im
Bodetal und in Brandenburg gedreht. «Black Death» soll Anfang 2010
weltweit in die Kinos kommen soll.
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