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Unterwäsche-Schau

Alle wollen die Engel sehen

Das Geheimnis von Victoria's Secret sind Stars und Prüderie - Drei-Millionen-Dollar-BH ist Prunkstück in New York

VON EVA C. SCHWEITZER, 19.11.09, 19:44h, aktualisiert 19.11.09, 19:51h
Als Engel präsentiert Alessandra Ambrosio...
Als Engel präsentiert Alessandra Ambrosio edle Dessous. (FOTO: DPA)
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NEW YORK/MZ. Victoria's Secret ist nicht einfach nur eine Unterwäschefirma - in Amerika ist die Kette aus Columbus (Ohio) Kult. Der buntglänzende Katalog ist ein Sammlerobjekt. Und als gestern Abend (Ortszeit) internationale Topmodels in Manhattan die "Secret Lingerie Show" präsentierten, war das wieder ein gesellschaftliches Großereignis. Caroline Trentini, Liu Wen, Alessandra Ambrosio, Miranda Kerr und Doutzen Kroes gehörten zu Stars. Auch die deutsche New Yorkerin Heidi Klum war dabei, zum zwölften Mal - diesmal allerdings nicht als Modell, sondern als Moderatorin. Sie hatte erst vor fünf Wochen ihr viertes Kind zu Welt gebracht, ihre Tochter Lou. "Ich muss neun Kilo abnehmen", jammert sie - auf hohem Niveau. Für sie lägen ein paar "einzigartige Latex-Teile" bereit, die eigens für sie angefertigt worden seien.

Das deutsche Top-Model Julia Stegner, die schon zum fünften Mal als Engel dabei war, schätzt die Bedeutung der Show für den eigenen Marktwert hoch ein: "Nicht jeder guckt auf das italienische Vogue-Cover, aber jeder weiß, wer bei Victoria's Secret mitläuft." Nach Angaben der Organisatoren ist es die meistgesehene Modenschau der Welt - sie wird in 90 Ländern ausgestrahlt. In Deutschland ist sie voraussichtlich am 10. Dezember auf ProSieben zu sehen.

Das Erfolgsgeheimnis liegt wohl letztlich in der Prüderie der Amerikaner. Für sie ist schöne Unterwäsche an sich schon mal einfach sexy - auch wenn sie anbehalten wird. Denn im Alltagsleben ist Amerika ist die Heimat des strengen Bügel-BHs, der schlabberigen Männerunterhose - enge Männerslips gelten hier als dekadent - und dem großzügig geschnittenen Bikini, der auch am Strand nicht einfach so gegen trockene Wäsche getauscht werden darf. Die Deutschen kennen die Marotten der Amerikaner aus diversen Sitcoms: Ehepaare schlafen komplett verhüllt in Pyjama - vielleicht noch ein T-Shirt darunter - und in Socken.

Für amerikanische Verhältnisse zeigt die Show viel Haut, aber sie hat trotzdem nichts Schlüpfriges. Es ist eher eine Mischung aus Popkonzert, Weihnachtsschau und immer noch gerade genug verhüllten Frauen, die mit Flügeln und Weihnachtskugeln geschmückt sind.

Vorsichtshalber werden zwei Durchläufe gemacht. Einer für Freunde und Familie der Models und einer mit Stargästen. Julia Stegner sagt: "Ich nehme an für den Fall, dass irgendwo mal was rausrutscht." Denn das geht in Amerika überhaupt nicht. 2004, als der Nipplegate-Skandal um eine freigelegte Brustwarze von Janet Jackson während einer Superbowl-Übertragung für Empörung sorgte, ließ Victoria's Secret die Show sogar vorsorglich ausfallen.

Besonders gut bedeckt war in diesem Jahr die Brust von Marisa Miller, die den "Harlequin Fantasy Bra" trug, das Prunkstück der Modeshow. Drei Millionen Dollar kostet der BH, er ist mit mehr als 2 300 Diamanten besetzt, darunter ein herzförmiger Diamant mit 16 Karat. Bei näherem Hinsehen ist es aber ein Wirtschaftskrise-BH. Das Prunkstück des vergangenen Jahres kostete fünf Millionen Dollar.


    
    
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