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Klimaindex

Erstmals ein Schwellenland an der Spitze

VON Peter Neumann, 14.12.09, 14:53h
Klima-Aktivisten
«There is no planet B» («Es gibt keinen Planeten B»). Zum ersten Mal führt ein Schwellenland beim Klimaindex. (FOTO: DPA)
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Kopenhagen/ddp. Damit hatte keiner gerechnet: Aus dem einstmaligen Klima-Vorzeigeland Deutschland ist nunmehr solides Mittelmaß geworden. In einem internationalen Ranking der Umweltorganisation Germanwatch, das am Montag in Kopenhagen vorgestellt wurde, rutschte Deutschland vom fünften auf den siebten Platz ab, und platzierte sich damit nicht nur hinter Brasilien und Schweden, sondern auch Großbritannien. «Deutschland hat es versäumt, seine Führungsrolle in der Klimapolitik zu behaupten», sagte der politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals. Die ersten drei Plätze des Rankings blieben wie im Vorjahr unbesetzt, weil es kein Land geschafft hatte, seinen Beitrag zur Einhaltung des sogenannten Zwei-Grad-Ziels zu leisten.

Bestnoten dagegen gab es für Brasilien. Das Schwellenland hat in Sachen Klimaschutz weltweit die Nase vorn. Damit führt erstmals kein Industrieland die Liste der 57 Industrie- und Schwellenländer an, die zusammen für mehr als 90 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind.

«Aus der einstmaligen Vorreiterrolle Deutschlands während der EU-Ratspräsidentschaft 2007 ist in der politischen Realität danach wenig zu spüren gewesen», konstatierte Bals. Als Hauptgrund dafür führte der Experte Versäumnisse bei der Umsetzung der Meseberger Klimaschutzbeschlüsse von 2007 an. Bereits heute würden deutlich höhere Ziele als 40 Prozent im Bereich des Möglichen liegen. «Wir fordern Frau Merkel deshalb auf, die einstmalige Vorreiterrolle Deutschlands zurückzugewinnen», sagte Bals. Hinsichtlich der europäischen Ebene bewertete der Experten die deutsche Blockierung strikterer EU-CO2-Richtwerte für Autos sowie die fehlende Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie durchweg negativ.

Der Direktor des Climate Action Network (CAN) Europe, Matthias Duwe, sieht im Ranking ein eindeutiges Zeichen an die Klima-Konferenz. «Dass Schwellenländer wie Brasilien aufsteigen, sendet ein klares Signal an die Klimaverhandlungen und zeigt, dass sie sich verstärkt selbst in der Pflicht sehen, den Klimawandel zu bekämpfen», sagte Duwe. Im Ranking war Brasilien vom achten auf den vierten Platz geklettert und verwies damit den langjährigen Spitzenreiter Schweden auf den fünften Platz. «Das zeigt auch, mit welcher Ernsthaftigkeit Klimapolitik in den Schwellen- und Entwicklungsländern mittlerweile betrieben wird», fügte Bals hinzu. Er würde sich wünschen, dass mehr europäische Länder ein ähnliches Engagement an den Tag legen würden.

Der jährlich von Germanwatch und CAN-Europe veröffentlichte Climate Change Performance Index (CCPI) berechnet sich zu 80 Prozent aus Emissions-Kalkulationen. Darin erfasst sind sowohl Emissionstrends, nach den Sektoren Energie, Transport, Haushalte und Industrie aufgeschlüsselt, als auch das absolute Emissionsniveau. Dessen Zahlen fließen von der Internationalen Energieagentur (IEA) mit 30 Prozent in die Berechnung ein. Die verbleibenden 20 Prozent fallen auf die zu Bewertung stehende national und international geführte Klimapolitik des betreffenden Landes.



    
    






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