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Diktatur-Vergleich

Erben nennt Bedingungen für Tagung

erstellt 01.03.10, 17:20h, aktualisiert 01.03.10, 21:58h
Gedenkstätte Roter Ochse
Die Tagung «Diktaturvergleich als Methode der Extremismusforschung» ist im März in der Gedenkstätte Roter Ochse in Halle geplant. (FOTO: DPA)
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Magdeburg/dpa. In der Debatte um eine Lehrerfortbildung zum Vergleich von NS- und SED-Diktatur zeichnet sich eine Annäherung der Positionen ab. Der Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Innenstaatssekretär Rüdiger Erben (SPD), schließt die Teilnahme von Mitarbeitern der Stiftung und seines Ministeriums an Organisation und inhaltlicher Gestaltung der Tagung nicht mehr aus, wenn das Seminarprogramm überarbeitet wird. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung mit Johannes Rink, Landes- und Bundesvorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus, hervor. Erben und Vorstandsmitglieder der Vereinigung hatten sich gestern zu einem Gespräch über die Tagung getroffen.

Gleichsetzung befürchtet

Erben war zuvor in die Kritik geraten, weil er Mitarbeitern der Stiftung und des Innenministeriums untersagt hatte, sich an der Veranstaltung zu beteiligen. Er befürchtete eine Gleichsetzung beider Diktaturen (die MZ berichtete).

Die Gesprächsteilnehmer betonten, dass der wissenschaftliche Vergleich der Diktaturen möglich sein müsse, eine Gleichsetzung jedoch ausgeschlossen sei. Das setze eine "unvoreingenommene und differenzierte Betrachtung" voraus. Bei einem veränderten Konzept kann sich Erben die Tagung "auch in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten vorstellen".

Kritik an Vortragstitel

Mit einer wissenschaftlichen Veranstaltung vertrage es sich indes nicht, wenn die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes "als trojanisches Pferd bezeichnet" werde. Damit bezieht sich Erben auf den Titel eines Vortrages im ursprünglichen Tagungsprogramm, das von der Gedenkstättenstiftung gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung und der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung veröffentlicht worden war. Das Thema war auch von der Vereinigung der Nazi-Opfer scharf kritisiert worden, die ebenso wie die Vereinigung der Stalinismus-Opfer dem Stiftungsbeirat angehört.

Rink hält indes eine Thematisierung der Arbeit der Vereinigung der Nazi-Opfer weiter für vorstellbar. Schließlich könne unvoreingenommen untersucht werden, "ob die durchaus gute Absicht der Vereinigung der Opfer des Naziregimes missbraucht wird".


    
    






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