Sachsen-Anhalt
Wir klagen weniger an
erstellt 04.03.10, 13:31h, aktualisiert 04.03.10, 13:34h

Besucher betreten den Eingangsbereich des Justizzentrums in Magdeburg. (Foto: dpa)
Naumburg/dpa. Die Zahl der Verfahren bei den Staatsanwaltschaften in Sachsen-Anhalt ist weiter zurückgegangen. Im vergangenen Jahr habe es knapp 250 000 Fälle gegeben, 5,5 Prozent weniger als 2008, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg am Donnerstag mit. Während Ermittlungsverfahren gegen bekannte
Tatverdächtige nur leicht abnahmen (minus 2,2 Prozent), gingen die Verfahren gegen unbekannte Täter um 9,5 Prozent relativ stark zurück. Insgesamt seien 56,4 Prozent der Fälle aufgeklärt worden, was einem Plus von zwei Prozent entspreche. In den Behörden in Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau und Stendal arbeiten 230 Staatsanwälte und Amtsanwälte.
Mehr als 87 Prozent aller Ermittlungsverfahren konnte den Angaben
zufolge innerhalb von drei Monaten abgeschlossen werden. Nach einem
halben Jahr seien weniger als drei Prozent der Verfahren bei den
Staatsanwaltschaften noch in Arbeit gewesen. Die durchschnittliche
Ermittlungsdauer habe 2009 bei 1,6 Monaten gelegen (2008: 1,7). Die
Zahl der beschleunigten Verfahren sei dabei sprunghaft von 749 auf
1137 gestiegen.
Im rückläufigen Trend der Ermittlungsverfahren lagen
Kriminalitätsbereiche wie Ladendiebstahl (minus 12,4 Prozent),
Wirtschaftskriminalität (minus 27,5 Prozent), Umweltstraftaten (minus
12,4 Prozent) und Kinderpornografie (minus 0,8 Prozent). Zunehmende
Fallzahlen wurden registriert bei Kinderkriminalität (plus 9,7
Prozent), Ermittlungsverfahren wegen Organisierter Kriminalität (plus
23,3 Prozent) und wegen fremdenfeindlicher Straftaten (plus 35,5
Prozent).
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