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Wilde Hatz durch den Forst

VON NICO GRÜNKE, 21.03.10, 17:35h, aktualisiert 21.03.10, 18:17h
Ein Schlittenhunderennen
Musher Torsten Umlauft aus Gröbern nimmt mit seinem Vierer-Gespann langsam Fahrt auf. (FOTO: PETER WÖLK)
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ZIEGELRODA/MZ. Dutzende Wohnwagen, zig Musher und vor allem mehr als 200 Huskys aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands prägten am Wochenende das Bild im Ziegelrodaer Gewerbegebiet.

Das hektische Treiben, das Hunde und Herrchen (Musher) bei dem alljährlich vom Mitteldeutschen Schlittenhundeclub (MSC) organisierten Rennen in der Regel immer an den Tag legen, schien bei einigen noch mal ein ganzes Stück nervöser auszufallen als sonst. Kein Wunder, denn schließlich bildete das Rennen durch den Ziegelrodaer Forst diesmal den dritten und damit finalen Lauf der Mitteldeutschen Meisterschaft. "Die beiden ersten Läufe waren in Thüringen sowie in Dieskau über die Bühne gegangen", war von Catarina Klinkhart vom MSC zu erfahren.

Um Sekunden gekämpft wurde dabei an beiden Wettkampftagen in vielen verschiedenen Kategorien. "Wir haben beispielsweise auch Teilnehmer, die nur mit einem Hund und zu Fuß, also im Laufschritt, den Kampf gegen die Uhr aufnehmen", so Klinkhart. In dieser Kategorie seien auch sämtliche Hunderassen zulässig gewesen. Eine Runde von viereinhalb Kilometern galt es für die Teilnehmer per pedes zu bewältigen.

Exakt dieselbe Distanz mussten im Übrigen auch die größten Gespanne und Teams mit jeweils acht Hunden schnellstmöglich hinter sich bringen. "Das ist im Prinzip für die größeren Teams schon so etwas wie ein Sprintwettkampf. Die Hunde geben dann von Anfang bis Ende Vollgas", erklärte Catarina Klinkhart weiter. Unter zehn Minuten erwarte sie dementsprechend auch die Siegerzeit und das, obwohl der Forst verhältnismäßig schwierige Bodenverhältnisse hat, die meisten Streckenpassagen momentan schlammig seien. Als aussichtsreicher Vertreter der hiesigen Region galt Musher Gerd Eberhardt. Der Beuditzer wollte mit seinen Huskys, die mehr als 2 000 Trainingskilometer pro Jahr sammeln, für reichlich Furore sorgen. Die jungen Huskys fieberten ihrem Start aber noch nervös entgegen, während Gerd Eberhardt schon einmal die Strecke absolviert hatte und das mit seinem Oldieteam. Das ältere seiner Gespanne weise ein Durchschnittsalter von beachtlichen elf Jahren auf. Bei einer etwaigen Lebenserwartung von zirka 14 Jahren seien die Tiere daher quasi eigentlich schon längst im Rentenalter. Deshalb sei er froh, dass am Samstag in Ziegelroda auch eine Art Seniorenrennen für Hunde ausgerichtet wurde. "Das kommt nicht oft vor", betonte er. Auf die Uhr geschaut habe er bei den älteren Tieren auch gar nicht erst. Die Zeiten, in denen sie sogar im europaweiten Vergleich relativ weit vorne mitmischen konnten, seien schon ein paar Jährchen her. "So lange sie sich aber bewegen wollen, sollen sie einfach nur ihren Spaß haben", meinte der Beuditzer.

Bei allem vorherrschenden Leistungswillen stehe vor allem das fast schon familiäre Flair bei derartigen Rennen wie in Ziegelroda im Mittelpunkt. "Bevor es dann morgen wieder auf die Strecke geht, werden wir uns am Abend alle gemütlich zusammensetzen, fachsimpeln und ältere Rennen auf DVD ansehen", untermauerte Klinkhart am Samstag das gute Verhältnis innerhalb der Rennszene.

Die begehrten Titel gingen letztlich mehrheitlich in den süddeutschen Raum. Teilnehmer aus dem Saalekreis oder auch aus Halle konnten allerdings auch mit Podestplatzierungen glänzen. Gerd Eberhardt durfte sich mit seinem jungen Team über einen dritten Platz freuen.



    
    






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