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Diebstähle

Fahrräder bleiben öfter stehen

erstellt 24.07.10, 13:01h, aktualisiert 24.07.10, 15:00h
Fahrrad
Wenn Diebe beim Fahrrad einfach Räder und Sattel mitgehen lassen, hilft auch das Schloss nichts - aber eine spezielle Versicherung. Diese ist allerdings nicht billig (FOTO: DPA)
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Magdeburg/ddp. In Sachsen-Anhalt werden immer weniger Fahrräder gestohlen. Die Zahl der Straftaten ist nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in den vergangenen zehn Jahren um mehr als ein Drittel gesunken. 1999 griffen Diebe rund 22 100 Mal zu einem fremden Fahrrad, im vergangenen Jahr knapp 13 500 Mal. Diese positive Tendenz setzte sich in den ersten sechs Monaten 2010 fort, sagte LKA-Sprecher Michael Klocke. Die Polizeidienststellen erfassten rund 15 Prozent weniger Fälle als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig hat Sachsen-Anhalt den bundesweiten Spitzenplatz bei der Aufklärung dieser Delikte erreicht. Bei 16 Prozent aller Diebstähle gelang es die Täter zu ermitteln, 1999 waren es 10,3 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgten im vergangenen Jahr Brandenburg und Niedersachsen mit jeweils 15,4 Prozent, erklärte Klocke.

Nach seiner Einschätzung sind es vor allem 14 bis 18-Jährige, die sich für fremde Räder interessierten. Vorwiegend werden die Fahrräder durch das «Knacken» des Schlosses oder durch Einbrüche in Keller entwendet. Nur knapp jedes zehnte Rad war nicht angeschlossen. Hochburgen bei Fahrraddiebstählen sind Dessau-Roßlau mit 1541 Fällen je 10 000 Einwohner, Magdeburg mit 1245 Fällen und der Landkreis Wittenberg mit 753 Fällen.

Dessau gehört schon seit Jahrzehnten zu den Städten, in denen Fahrräder besonders häufig gestohlen werden. Eine Ursache sieht der Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, Ralf Moritz, darin, dass in der Region Fahrräder stark genutzt werden. Das erleichtere den Zugriff der Täter gerade auf Straßen und Plätzen. Wie andernorts seien Einkaufszentren und der Bahnhof bevorzugte Plätze für Diebe. Gegenüber den ersten sechs Monaten 2009 mit 501 erfassten Fällen sank deren Zahl im gleichen Zeitraum dieses Jahres in Dessau-Roßlau um rund 15 Prozent.

Kriminalhauptkommissar Roland Neumann vom Polizeirevier Magdeburg nennt die Aufklärung von Raddiebstählen dennoch «sehr schwierig». Mit dem Objekt der Begierde verschwänden in der Regel auch sämtliche Spuren. Geklaut werde fast alles, was sich noch dreht. Er widersprach der Auffassung, wonach nur moderne Exemplare gefragt sind. Auch das angerostete Mifa-Rad aus den 1960er Jahren finde noch seine Liebhaber.

Die Polizei in Magdeburg hat eine eigene Ermittlungsgruppe gebildet, die dem Fahrraddiebstahl auf den Grund geht. Allein im Mai gingen zwei Tätergruppen ins Netz der Beamten. Ihnen wurden einmal 500 und einmal 150 Diebstähle von Rädern nachgewiesen. Während einige Diebe oft stehlen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und Drogen zu kaufen, gibt es nach Angaben von Neumann auch solche, die aus «Frust und Langeweile stehlen».

Wie im ganzen Land sieht man auch in Magdeburg die Codierung von Fahrrädern als eine Möglichkeit, sein Eigentum zu schützen. Eine eingravierte Buchstaben-Zahlen-Kombination ermöglicht eine eindeutige Zuordnung. Allein seit 1996 erhielten in Magdeburg mehr als 90 000 Räder diese Kennzeichnung.

Für die Versicherer spielt der Versicherungsbetrug eine eher untergeordnete Rolle. Nur selten gelinge es, diesen nachzuweisen. Die Dunkelziffer ist vermutlich weitaus größer, sagte der Pressesprecher der Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA) Wolfgang Kirkamm. Er wies darauf hin, dass Fahrräder automatisch mit in die Hausratsversicherung eingeschlossen seien. Voraussetzung sei die Aufbewahrung in verschlossenen Räumen, die zur Wohnung gehören. Gegen Diebstahl beispielsweise auf der Straße schützt eine Zusatzvereinbarung, wenn das Fahrrad auch angeschlossen war.



    
    






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