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Kriminalität

Wettlauf mit den Banden

Von Petra Strutz, 28.07.10, 19:32h, aktualisiert 28.07.10, 20:36h
Autodiebstahl
Jugendlicher beim Autodiebstahl (gestellte Szene): Ein Jugendlicher Autodieb beim Aufbrechen eines Autofensters auf der Beifahrerseite mit Werkzeug. ARCHIV (FOTO: DPA)
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DRESDEN/DPA/MZ.. Die Autodiebstähle in Sachsen nehmen zu. Im ersten Halbjahr 2010 gab es einen Zuwachs von 7,4 Prozent, wie Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Mittwoch in Dresden berichtete. Mit einem Kfz-Sicherheitsgipfel machte er das Thema zur Chefsache.

Die Polizei registrierte demnach 2081 Fälle, 143 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Schwerpunkt waren die großen Städte. Allein in Dresden gab es 585 Fälle und damit 117 mehr als 2009. Ein deutlicher Rückgang wurde dagegen im grenznahen Zittau verzeichnet: Aktuell stehen 71 Fälle zu Buche, vor einem Jahr waren es noch 139. Im ganzen vergangenen Jahr hatte es in Sachsen einen Zuwachs bei Autodiebstählen von fast einem Drittel auf 3862 Fälle gegeben.

Die regionalen Unterschiede müssten noch analysiert werden, sagte Ulbig. Die Aufklärungsquote lag nach seinen Angaben zwischen 20 und 25 Prozent. Das sei "bundesüblich", sagte der Minister. Im Grenzgebiet zu Polen wurden 30Tatverdächtige gestellt, 23 waren Ausländer, zumeist polnische Bürger. Im Grenzgebiet zu Tschechien wurden 31 Tatverdächtige gestellt. Auch hier waren es in der Mehrzahl Ausländer, vor allem Bürger aus Tschechien.

"Die nun vorliegenden Zahlen deuten auf einen weiteren Anstieg hin", sagte der Innenminister. Er sprach von einem Wettlauf mit kriminellen Banden. "Diesem Wettbewerb müssen wir uns stellen." Ulbig kündigte die Bildung einer Arbeitsgruppe an, um gemeinsam mit Forschern und Industrie Autos sicherer zu machen. Es gehe um bessere Wegfahrsperren und technische Systeme, die das Wiederauffinden gestohlener Fahrzeuge erleichtern. Darüber hatte der Minister mit Experten von Polizei, Industrie, Versicherungswirtschaft und Automobilklubs auf dem "Sicherheitsgipfel" beraten.

In Sachsen mit seiner knapp 580Kilometer langen Grenze zu Polen und Tschechien gibt es seit geraumer Zeit eine heftige Debatte wegen der Diebstähle, die seit dem Wegfall der Grenzkontrollen vor zweieinhalb Jahren enorm zugenommen haben. In jüngster Zeit wurden im grenznahen Raum vor allem auch Landmaschinen gestohlen. Selbst aus der in Sachsen regierenden CDU gibt es deshalb Forderungen, wieder Grenzkontrollen einzuführen.

Im "Transitland" Sachsen-Anhalt wird eine solche Entwicklung bislang nicht beobachtet. "In unserer Statistik haben sich die offenen EU-Grenzen nicht ausgewirkt", sagt der Sprecher des Magdeburger Innenministeriums, Martin Krems (siehe: "Unterschiede in den Ländern"). Aber auch Sachsen-Anhalt habe mit grenzüberschreitender Kriminalität zu tun.

So werde bei Kontrollen des Transitverkehrs auf der Autobahn 2 immer wieder "Zigarettenschmuggel im großen Stil" festgestellt. Auch Drogenschmuggel spiele eine Rolle.



    
    






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