Philipp Sinnewe aus Lebach im Saarland posiert in Erfurt auf seinem Solarmobil für den 47. Bundeswettbewerb «Jugend forscht». (FOTO: DAPD)
„Dieses Finale bietet Einblicke in die Ideen von übermorgen“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) bei der Preisverleihung in der Eissporthalle in Erfurt. Der Wettbewerb sei ein „großartiger Talentschuppen“ für junge Forscher.
Die Geschichte des Wissenschaftswettbewerbs zeige, dass viele Jugendliche nach der Teilnahme in die Forschung gingen und ihre Ideen im Beruf weiter verfolgten. Positiv sei der Trend, dass sich Universitäten immer stärker für die Nachwuchswissenschaftler öffneten. Eine wichtige Aufgabe sei es aber, in Zukunft mehr Mädchen zur Teilnahme zu animieren. Beim diesjährigen Wettbewerb waren 79 Prozent der Teilnehmer Jungen.
Jüngster Preisträger war ein 16-jähriger Nachwuchsphysiker
Dieses Jahr wurden in zehn Kategorien Preise an junge Forscher vergeben. Hinzu kamen zahlreiche Sonderpreise. Besonders erfolgreich waren die Projekte aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit jeweils drei Siegerteams in den Hauptkategorien. Jüngster Hauptpreisträger war der 16-jährige Timm Piper aus Rheinland-Pfalz, der für sein Beleuchtungskonzept für Lichtmikroskope im Fachgebiet Physik ausgezeichnet wurde.
Weitere erste Preise gab es unter anderem für ein druckgestütztes Verfahren zum Abtrennen von Wasserstoff (Chemie) oder den Nachweis der Verschmutzung mit Mikroplastikteilchen in der Nordsee (Geo- und Raumwissenschaften). Andere ausgezeichnete Projekte beschäftigten sich mit neuen Wegen in der Reittherapie (Arbeitswelt), einer Visualisierung von besonderen Phänomenen von Albert Einsteins Relativitätstheorie (Mathematik/Informatik), einem selbststeuernden Mini-Auto (Technik) und der Erforschung von Nachtfaltern (Biologie). Die Kultusministerkonferenz der Länder zeichnete drei Schulen für besonders vorbildliche Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung aus. Den mit 3.114 Euro dotierten ersten Platz belegte das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Frankfurt/Oder.
Erfahrung wichtiger als Platzierung auf dem Siegertreppchen
„Die wichtigsten Erfahrungen liegen außerhalb der Preisvergabe“, sagte der Vorstand der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen, Werner Bornkessel. Die Stiftung hatte in diesem Jahr die Bundespatenschaft für den Wettbewerb übernommen. Wichtiger sei die Erfahrung, dass es sich lohne, eigene Ideen zu verfolgen und Fragen zu stellen. Auch das Treffen mit Gleichgesinnten und Fachkundigen könne wichtige Impulse geben.
Beim 47. Bundeswettbewerb Jugend forscht hatten 187 Jugendliche mit 103 Projekten teilgenommen. In der ersten Runde hatten sich 10.914 Nachwuchswissenschaftler angemeldet. Der Wettbewerb geht zurück auf eine Initiative von Henri Nannen, dem früheren Chefredakteur des Magazins „Der Stern“ und wurde 1966 zum ersten Mal veranstaltet. Das einzige Bundesland, aus dem in diesem Jahr keine Jungforscher teilgenommen haben, war Berlin.