Concordia-Unglück: Viertes deutsches Todesopfer identifiziert

25.01.2012 08:53 Uhr | Aktualisiert 26.01.2012 16:55 Uhr
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«Costa Concordia»

Das Wrack der «Costa Concordia» (FOTO: DPA)

Unter den Todesopfern des havarierten Kreuzfahrtschiffes «Costa Condordia» sind bis Mittwoch vier Deutsche identifiziert worden.
Berlin/Rom/dapd. 

Unter den Todesopfern des havarierten Kreuzfahrtschiffes «Costa Condordia» sind bis Mittwoch drei Deutsche identifiziert worden. Weitere acht deutsche Staatsangehörige würden noch vermisst, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am späten Mittwochabend in Berlin der Nachrichtenagentur dapd. Im Verlauf des Tages war bereits ein drittes deutsches Todesopfer bestätigt worden.

Hoffnung, noch Überlebende im Wrack des Schiffes zu finden, gibt es kaum mehr. Dafür müsse ein Wunder geschehen, sagte der Leiter des Krisenstabs, Franco Gabrielli, am Mittwoch. Dennoch würden die Rettungsarbeiten auf dem zur Hälfte unter Wasser befindlichen Schiff so lange fortgeführt, bis jeder zugängliche Bereich kontrolliert worden sei.

Nach einer kurzen wetterbedingten Unterbrechung in der Nacht hatten die Rettungskräfte am Mittwoch im Wrack vor der italienischen Küste die Suche nach Vermissten wieder aufgenommen. Dabei setzten sie erneut Sprengungen ein, um den Tauchern den Zugang ins Innere zu erleichtern. Auch die Vorbereitungen zum Abpumpen des Treibstoffs aus dem havarierten Schiff wurden fortgesetzt.

Reederei weist Schuld an Manöver von sich

An Bord des Kreuzfahrtschiffes waren etwa 4.200 Menschen. Bislang ist der Tod von 16 Menschen bei dem Unglück bestätigt. 17 Personen gelten offiziell als vermisst. Zuletzt wurde am 15. Januar ein Mensch lebend von der «Costa Concordia» geborgen. Das Schiff war am 13. Januar vor der Insel Giglio auf Grund gelaufen und gekentert.

Derweil hat die Reederei des Kreuzfahrtschiffes die Schuld für die Havarie von sich gewiesen. Kapitän Francesco Schettino habe nicht die Erlaubnis gehabt, die Route der «Costa Concordia» zu ändern, zudem sei er mit 16 Knoten viel zu schnell unterwegs gewesen, sagte Generaldirektor Pier Luigi Foschi.

Der Kapitän hatte die Reederei für das Unglück mitverantwortlich gemacht. Schettino steht weiter unter Hausarrest, während die Polizei gegen ihn wegen Totschlags ermittelt. Sein Anwalt stellte am Mittwoch vor Gericht einen Antrag auf die Aufhebung des Hausarrests. Es bestehe weder Flucht noch Wiederholungsgefahr, sagte er.