Ein schweres Unwetter hat ein Zeltlager im Zollernalbkreis verwüstet. (FOTO: DPA)
Über Deutschland sind am Wochenende schwere Unwetter hinweggefegt. Dabei starb eine 24-jährige Frau in Bayern, als ein entwurzelter Baum auf das Dach ihres Autos stürzte. Bereits am Freitag waren drei Frauen auf einem Golfplatz in Hessen vom Blitz erschlagen worden. Eine vierte Frau wurde bei dem tragischen Unglück lebensgefährlich verletzt. Der Zustand der 50-Jährigen sei weiter kritisch, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Das schwüle, gewittrige Wetter soll in der kommenden Woche in Teilen Deutschlands anhalten.
Zahlreiche Menschen wurden bei schweren Gewittern durch herabstürzende Äste oder herumfliegende Gegenstände verletzt. In mehreren Bundesländern richteten Starkregen oder Orkanböen große Sachschäden an. Durch umgestürzte Bäume und beschädigte Oberleitungen wurde der Bahnverkehr in manchen Regionen zeitweise lahmgelegt.
Allein in Baden-Württemberg wurden bei Unwettern mindestens 38 Menschen verletzt, elf davon schwer. Die heftigen Gewitter mit Starkregen und Orkanböen am Sonntag und am Vorabend richteten zudem Schäden in Millionenhöhe an, wie das Innenministerium in Stuttgart mitteilte. Der Sturm entwurzelte Bäume und knickte Versorgungsmasten um. Es kam zu Stromausfällen, Verkehrsbehinderungen und Sperrungen von Zugstrecken.
Zwtl.: Festivalbesucher durch umherfliegende Gegenstände verletzt
Ein Rockfestival mit mehreren Bands bei Dischingen (Baden-Württemberg) musste abgebrochen werden, nachdem der Wind die Zelte vom Festplatz geweht hatte. Mindestens zehn Festivalteilnehmer erlitten Verletzungen durch umherfliegende Gegenstände. In Waiblingen fielen bei einem Stadtfest Äste herab und verletzten neun Besucher, vier davon schwer. Zahlreiche Fahrzeuge wurden während ihrer Fahrt von umfallenden Bäumen getroffen. Aufgrund abgerissener Oberleitungen fiel in zahlreichen Gemeinden der Strom aus, darunter in Reutlingen, Tübingen, Waiblingen, Heidenheim und Schwäbisch Hall. Im Großraum Stuttgart blieben deshalb S-Bahnen und Züge stehen.
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Auch in Bayern entwurzelte der Sturm Bäume und knickte Versorgungsmasten um. Es kam ebenfalls zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen. Bei einem Volksfest in Oettingen in Bayern wurden 18 Besucher von heruntergerissenen Ästen, umgeknickten Bäumen und aufgewirbelten Gegenständen verletzt. In Gundelfingen blies der Sturm die Kulisse einer Freilichtbühne um. Teile davon stürzten auf eine Frau, die sich mehrere Rippen brach. Auch mehrere Autofahrer wurden in Bayern wurden verletzt.
Zwtl.: Entwurzelte Bäume und brennende Häuser nach Blitzschlägen
Überspülte Straßen, entwurzelte Bäume und brennende Häuser nach Blitzschlägen wurden auch aus Sachsen gemeldet. Vor allem im Erzgebirge, im Vogtland und der Region Zwickau/Werdau hatten Rettungskräfte viel zu tun. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt. Wie die Polizei mitteilte, stürzten zahlreiche Bäume um, zudem wurden viele Straßen überflutet und Kanaldeckel herausgespült. Von dem heftigen Unwetter war auch Thüringen betroffen. Dort musste die Feuerwehr wegen zahlreicher umgestürzter Bäume ausrücken. Auch im Süden von Sachsen-Anhalt wurden Straßen überflutet, Bäume entwurzelt und Kanaldeckel herausgespült.
In Berlin kam es wegen des Starkregens zu zahlreichen Wasserschäden. Zudem brannten durch Blitzeinschläge zwei Einfamilienhäuser.
In Kiel hatte ein Unwetter mit Starkregen am Freitagabend Teile der Innenstadt unter Wasser gesetzt. Manche Straßen standen so tief unter Wasser, dass die Fahrzeuge nur noch mühsam vorankamen, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Wochenende sagte. Verletzt wurde aber niemand. Das über große Teile Norddeutschlands ziehende Gewitter führte auch zu Einsätzen im Umland von Kiel sowie in Hamburg und Niedersachsen.