Da kann man sich schon einmal ein paar Wünsche überlegen: Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde beschert uns der schönste und reichste Meteorstrom des Jahres, die Perseiden, von heute Abend an. "Sternschnuppen sind morgens grundsätzlich besser zu beobachten. Die Stunden zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang sind daher am aussichtsreichsten", erklärt Hans-Ulrich Keller, Professor an der Universität Stuttgart. Der Höhepunkt des Spektakels liegt in diesem Jahr genau auf dem Wochenende. Am kommenden Montag endet es.
Umfangreiches Programm in Nebra
Der Ursprung der Perseiden scheint im namensgebenden Sternbild Perseus zu liegen. Ursache des Phänomens ist der Komet "109P / Swift-Tuttle", der eine lange Spur aus Staub und Körnchen hinter sich herzieht. Auf ihrer Bahn um die Sonne kreuzt die Erde diese jedes Jahr im August. Dann dringen Teilchen davon in die Atmosphäre ein und verglühen als mehr oder weniger helle Meteore. Dabei haben die Feuerkugeln eine Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Sekunde, also 216 000 Kilometern pro Stunde. Ein Raumschiff mit dieser Geschwindigkeit wäre in knapp zwei Stunden beim Mond.
Hobby-Astronomen können sich die Sternschnuppenflut hierzulande am kommenden Samstag in Nebra anschauen. Denn zur "Langen Nacht der Sternschnuppen" werden die Besucher der Arche Nebra auf den nahe gelegenen Mittelberg (Burgenlandkreis) geführt, um am Fundort der 3 600 Jahre alten Himmelsscheibe die verglühenden Meteore zu beobachten. Die Veranstalter halten dazu Vorträge, gewähren Blicke durch Teleskope und stimmen im Vorfeld mit einem Film über die "Himmelsscheibe von Nebra" im Besucherzentrum auf den Abend ein. Etwa 100 Gäste werden erwartet. Das seien viermal so viele Besucher wie im Vorjahr, sagte die Verantwortliche der Sternschnuppen-Nacht, Annett Börner. Während der etwa drei Kilometer langen Wanderung zum Mittelberg weist ein Führer der Arche Nebra Groß und Klein auf die Besonderheiten der Umgebung hin. Dazu gehörten eine Burg aus dem frühen Mittelalter und Gräber aus der Jungsteinzeit, so Börner.
Gedenken an christlichen Märtyrer
Nach Sonnenuntergang können die Besucher auf den Sternenhagel hoffen. "Der Mittelberg mit seiner hohen Lage und fernab heller Städte eignet sich zur Beobachtung sehr gut", betonte Börner die Vorteile der Gegend. Falls die Sicht zum Firmament durch Wolken verdeckt sei, werde ein bebilderter Vortrag über Sternbilder und Planeten eingeplant.
Der Sternschnuppenregen der Perseiden ereignet sich regelmäßig in der ersten Augusthälfte. Im Volksmund heißen die kleinen Meteore auch "Laurentiustränen", weil sie just um den Gedenktag des Heiligen am 10. August besonders oft zu sehen sind. Die Lichtblitze galten als die Tränen des Himmels über das Martyrium des Laurentius. Er wurde am 10. August 258 auf Befehl des römischen Kaisers Valerian auf glühendem Rost zu Tode gefoltert.