Die Absturzstelle südlich von Jakarta. Retter konnten keine keine Anzeichen von Überlebenden finden. (FOTO: DPA)
Ein
Sprecher der Einsatzkräfte, Gagah Prakoso, sagte, Bergungsteams
hätten den Absturzort an einem Hang des Vulkans Salak in der Provinz
Westjava erreicht. Es seien mehrere Leichen gefunden worden.
Hinweise auf Überlebende unter den 45 Insassen gebe es nicht.
Hubschrauber orteten die weit verstreuten Trümmer der Maschine.
Das Flugzeug vom Typ Suchoi Superjet 100 (SSJ 100) war am Mittwoch
kurz nach dem Start zu einem Schauflug von den Radarschirmen
verschwunden. Unter den Insassen befanden sich 35 Indonesier,
potenzielle Käufer und Journalisten. Zudem seien
Besatzungsmitglieder, Vertreter des russischen Luftfahrtkonzerns
Suchoi, ein amerikanischer Berater und ein französischer Ingenieur
an Bord gewesen, teilte der Organisator des Schaufluges mit.
Bergung der Opfer mit Hubschraubern
Angehörige, die die Nacht auf dem Flughafen verbracht hatten,
brachen bei Bekanntgabe des Funds des Flugzeuges in Tränen aus.
Zunächst war von 50 Insassen die Rede gewesen, die Zahl wurde aber
später korrigiert. Die gefundenen Opfer sollten mit Helikoptern
geborgen und in die Hauptstadt Jakarta gebracht werden, sagte der
Sprecher der Rettungsteams.
Die Suche in dem unwegsamen Dschungel in der Umgebung des inaktiven Vulkans war in der Nacht wegen starken Regens zunächst unterbrochen worden. Am Morgen wurde die Suche wiederaufgenommen. Vier Hubschrauber waren im Einsatz.
Die SSJ 100 war am Mittwoch vom Flughafen in Jakarta zum zweiten Schauflug des Tages gestartet und sollte nach 50 Minuten wieder zurückkehren. Die Fluglotsen verloren den Kontakt, nachdem der Pilot um 20 Minuten nach Start die Erlaubnis für eine Verringerung der Flughöhe von 3.000 auf 1.800 Meter gebeten hatte. Eine Erklärung für die Abweichung vom Flugplan wurde nicht abgegeben. Es nieselte zu diesem Zeitpunkt, stürmisch war das Wetter nicht.
Hoffnungsträger der russischen Luftfahrtindustrie
Die SSJ 100 gilt als Hoffnungsträger der russischen Luftfahrtindustrie. Der Flieger befand sich seit seinem Jungfernflug 2008 auf einer Schautour. Am Mittwoch war er in Jakarta gelandet und zuvor in Birma, Pakistan und Kasachstan präsentiert worden. Laos und Vietnam standen als nächstes auf dem Programm.
Die für Kurz- und Mittelstrecken konzipierte Maschine mit 75 bis 95 Sitzen ist das erste komplett neue russische Passagierflugzeug seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 20 Jahren.