Internet: Frau erlebt Tod ihres Ehemannes live im Video-Chat

06.05.2012 12:39 Uhr
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Der Militärsanitäter starb, als er sich gerade mit seiner Frau im Internet über Skype unterhielt. (ARCHIVFOTO: MZ)

Von Michael Graczyk
In den letzten Minuten seines Lebens war Susan Orellana-Clark Tausende Kilometer von ihrem Mann entfernt und ihm doch ganz nahe. Der Militärsanitäter Bruce Kevin Clark starb, während er sich in einem Video-Chat mit seiner Ehefrau unterhielt.
Houston/dapd. 

Die genauen Umstände des überraschenden Todesfalls sind bislang unklar. „Wir haben das Militär mit einer Untersuchung beauftragt, um herauszufinden, was mit Hauptmann Clark geschehen ist“, sagte Bradley Taber-Thomas vom US-Verteidigungsministerium am Freitag.

Der 43-jährige Clark diente im US-Heer als leitender Sanitäter. Er wuchs im US-Staat Michigan auf und lebte zuvor mit seiner Frau in deren Heimatstadt Spencerport, einem Vorort von Rochester. Clark trat 2006 in die Streitkräfte ein und war auf Hawaii und in El Paso stationiert. Im März begann sein Einsatz in Afghanistan.

Wie das Pentagon mitteilte, starb Clark am vergangenen Montag, als er sich gerade mit seiner Frau im Internet über Skype unterhielt. „Zum Zeitpunkt des Vorfalls hoffte die Familie noch auf Rettung und ein Wunder. Später erfuhren sie, dass das nicht eingetreten war“, hieß es in einer Mitteilung aus dem Kreis der Familie. „Obwohl die Umstände unvorstellbar waren, sich Bruce' Ehefrau und die weitere Familie für immer dankbar, dass er und seine Frau in seinen letzten Momenten zusammen waren.“ Clark hinterlässt zwei Töchter im Alter von drei und neun Jahren.

Zwtl.: „Er war ein lustiger Kerl. Er hat immer Witze gemacht.“

Die Beerdigung soll in Spencerport stattfinden. Vor seiner Zeit beim Militär arbeitete Clark vier Jahre im Highland Hospital in Rochester. „Er war ein lustiger Kerl. Er hat immer Witze gemacht und mich wegen meines (britischen) Akzents geneckt“, sagte seine ehemalige Kollegin Ellie Villanueva. Noch wenige Tage vor seinem Tod hatte sie mit Clark gesprochen und Pläne für einen anstehenden Besuch gemacht. „Wir wollten nach der Arbeit noch alle gemeinsam ausgehen. Er gehörte zur Familie. Er war wie mein Sohn“, sagte Villanueva.

Bevor er in dem Krankenhaus arbeitete, war Clark Rettungssanitäter. Später machte er eine Ausbildung zum Pfleger und plante, eine Zusatzausbildung zum Anästhesiepfleger zu absolvieren. „Er wollte immer an sich arbeiten und besser werden“, sagte Villanueva.

Während seines Militärdienstes wurde Clark mehrfach ausgezeichnet. „In Bruce' Gegenwart war es offensichtlich, dass er einem höheren Zweck diente“, hieß es in einer Stellungnahme der Familie. „Er fühlte sich tief geehrt, seinem Land zu dienen. Er hat das höchste Opfer gebracht, um seinem Volk, seinen Kindern, seiner Familie, seiner Gemeinde und seiner Kirche zu dienen.“