Eine Frau mit geschminktem Clownsgesicht. (FOTO: DPA)
"Wir sind nicht für den Spaß zuständig, sondern für das Gefühl." Für Klinik-Clown Ulrich Fey und seine Kollegen, die in Altenheimen auftreten, ist das ein himmelweiter Unterschied. "Es geht im besten Fall um Berührung, sowohl körperlich wie auch seelisch", sagte der staatlich geprüfte Clown. Die Arbeit mit alten Leuten und auch Demenzkranken verlange im Vergleich zu Klinik-Auftritten vor kranken Kindern ein anderes Herangehen. "Kinder wollen Lärm und Spaß, den sie im Krankenzimmer nicht haben." So wird auch Dorothea Kromphardt, alias Clown Knuddel, von schwer kranken Kindern sehnsüchtig erwartet.
Seit elf Jahren ist die 42-Jährige gelernte Physiotherapeutin Klinik-Clown auf der Onkologischen Kinderstation des Universitätsklinikums Jena. Auch sie gehört zu den 90 Klinik-Clowns aus fünf deutschsprachigen Ländern Europas, die seit Freitag in Weimar ihre Erfahrungen austauschen. Bis Sonntag wollen sie bei Gesprächen, beim Puppenspiel oder bei Rhythmusübungen neue Eindrücke und Wissen sammeln und das Spektakel "Alles auf die Achterbahn" entwickeln. Eingeladen zu dem Treffen hat das "Bunte Bundes Bündnis" (BuBuBü), ein loser Zusammenschluss von Klinik-Clowns, dem Fey vorsteht. In Deutschland gibt es laut Fey schätzungsweise 250 Klinik-Clowns.
"Wenn die alten Leute lachen, ist es gut; wenn sie weinen auch", sagte Fey. Manchmal dauere eine Begegnung nur wenige Augenblicke. "Aber wenn dir dein Gegenüber nur fünf Sekunden in die Augen schaut, nimmt er dich in dieser Zeit wieder als Mensch war." Die Tagung gehe auf solche speziellen Anforderungen ein.
Die Idee der Klinik-Clowns stammt aus den USA. Vor etwa 20 Jahren kam sie nach Deutschland. Während die Arbeit mit den kleinen Patienten vielerorts inzwischen zur Normalität gehört, haben Heimleiter noch oft Vorbehalte gegenüber Clowns. "Clownerie ist vielmals mit Klischees behaftet, es wird reflexartig mit Zirkus und Kindheit verbunden", sagte Fey.