Nigeria: Mehr als 150 Tote - Helfer suchen nach Absturzopfern

04.06.2012 08:48 Uhr | Aktualisiert 04.06.2012 15:26 Uhr
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Trümmer in Lagos

Helfer durchsuchen die Trümmer am Ort des Flugzeugabsturzes in Lagos. Vermutlich gibt es keine Überlebenden. (FOTO: DPA)

Von Jon Gambrell
Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs auf einen dicht besiedelten Stadtteil in der nigerianischen Millionenstadt Lagos befürchten die Behörden, dass es auch am Boden zahlreiche Opfer gegeben hat.
Lagos/dapd. 

Rettungsarbeiter kämpften bei ihrer Suche nach Opfern in der Nacht auf Montag gegen die am Unglücksort wütenden Flammen. Bei dem Flugzeugabsturz am Sonntagabend kamen alle 153 Insassen der Maschine ums Leben. Es war die schlimmste Flugzeugkatastrophe in Nigeria seit fast zwei Jahrzehnten.

Kein Insasse der Maschine auf dem Weg aus Abuja nach Lagos habe das Unglück überlebt, teilte die nigerianische Luftfahrtbehörde mit. Die Unglücksursache war am Montag weiter unklar. Kurz vor dem Absturz hatten die Piloten Militärangaben zufolge Triebwerksprobleme gemeldet. Anschließend stürzte die Boeing MD-83 der Fluggesellschaft Dana Air in Geschäfte und Wohnhäuser nahe dem Internationalen Flughafen von Lagos.

Die Maschine war anscheinend nicht im Sturzflug abgestürzt, sondern war bei sonnigem Wetter mit dem Rumpf in die dicht besiedelte Wohngegend geprallt. Das Flugzeug riss durch Dächer, durchtrennte einen Mangobaum und rammte mindestens zwei Wohngebäude. Da sich der Absturz in einer Wohngegend ereignet habe, seien zahlreiche weitere Opfer zu befürchten, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes, Yushau Shuaib

Zwtl.: Trümmerteile über schlammigen Boden verteilt

Tausende Schaulustige strömten nach dem Absturz an den Unglücksort. Einige halfen der Feuerwehr, die Schläuche auszurollen. Mehr als drei Stunden nach dem Flugzeugunglück war aber noch immer nicht genügend Wasser zur Hand, um die Flammen zu löschen. Junge Männer brachten Plastikeimer mit Wasser. Die Behörden riefen zudem Transportfahrzeuge von nahegelegenen Baustellen herbei. Doch wegen der engen und überfüllten Straßen konnten sie die Absturzstelle nicht erreichen. Über der Gegend stieg eine weiße Wolke auf, Trümmerteile lagen auf dem schlammigen Boden verteilt.

Unter den Toten befanden sich mindestens vier chinesische Staatsbürger, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntagabend unter Berufung auf Diplomatenkreise meldete. Laut staatlichen libanesischen Medienberichten befanden sich auch zwei Libanesen unter den Opfern.

Zwtl.: Dreitägige Staatstrauer

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Jonathan bete, „dass der Allmächtige den Familien der Opfer den Mut und die innere Stärke verleiht, ihren unersetzlichen Verlust zu ertragen“, hieß es in einer Stellungnahme des Präsidentenbüros zu dem Unglück.

Der Flugzeugabsturz am Sonntagabend war offenbar der schlimmste in Nigeria seit September 1992. Damals stürzte ein Militärtransportflugzeug kurz nach dem Start in Lagos in ein Sumpfgebiet. Alle 163 Insassen kamen ums Leben.


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Nach Angaben der nigerianischen Luftfahrtbehörde NCAA hatte das Flugzeug eine Hochspannungsleitung gestreift. Ministerin Oduah erklärte, der Pilot habe um 15.43 Uhr Ortszeit einen Notfall gemeldet. Bereits eine Minute später sei die Maschine vom Radar verschwunden. Die McDonnell Douglas MD-83 war von der Hauptstadt Abuja unterwegs nach Lagos.