Norwegen: Brennender Mann lief ins Gericht in Oslo

15.05.2012 15:05 Uhr | Aktualisiert 15.05.2012 18:09 Uhr
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Brennender Mann in Oslo

Der etwa 50-jährige Mann sei zu einem Tor im Sicherheitsbereich gerannt und habe dabei die Polizisten angeschrien und gefordert: «Erschießt mich!» (FOTO: DPA)

.Mit einer spektakulären Selbstanzündung hat ein Mann den Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik gestört. Er steckte sich selbst in Brand und versuchte, am Dienstag in das Osloer Gerichtsgebäude zu gelangen.
Oslo/rtr. 

Mit einer spektakulären Selbstanzündung hat ein Mann den Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik gestört. Er steckte sich selbst in Brand und versuchte, am Dienstag in das Osloer Gerichtsgebäude zu gelangen, wo sich der rechtsextreme Angeklagte befand.

Dabei habe er Polizisten angeschrien, gefordert „Erschießt mich“ und sei zu einem Tor im Sicherheitsbereich gerannt, berichteten Augenzeugen und die Polizei. Dann sei der Mann, der auf etwa 50 Jahre geschätzt wird, von Beamten überwältigt worden, die das Feuer mit Wasser löschten und ihn seiner Kleidung entledigten. Das Motiv des Norwegers ohne Migrationshintergrund war zunächst nicht bekannt. Einem Polizeisprecher zufolge wurde der Mann ins Krankenhaus eingeliefert. Er habe ernsthafte Verletzungen erlitten.

Trotz des Zwischenfalls wurde der im April gestartete Prozess fortgesetzt. Im Gerichtssaal schilderten Augenzeugen, wie Breivik im Juli vergangenen Jahres Jagd auf seine Opfer auf der Insel Utöya machte Breivik hat gestanden, 77 Menschen getötet zu haben. Im Osloer Regierungsviertel starben acht Menschen durch eine von ihm detonierte Bombe. Auf Utöya tötete er Teilnehmer eines Jugendcamps der Regierungspartei. Die meisten seiner 69 Opfer waren Jugendliche. Er betrachtet sich als nicht schuldig im Sinne der Anklage. Er begründet seine Taten damit, Norwegen vor der Einwanderung von Muslimen schützen zu wollen. Seine Opfer nennt er Verräter.