September 2010: Reisebus verunglückt am Schönefelder Kreuz

26.09.2010 12:13 Uhr | Aktualisiert 14.03.2012 07:51 Uhr
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Verunglückter Reisebus auf A10 ( 26. Sept. 2010)

Ein Reisebus aus Polen steht nach einem schweren Unfall hinter einer Brücke des Autobahnkreuzes Schönefeld auf dem Berliner Ring unweit der brandenburgischen Ortschaft Rangsdorf . (FOTO: DPA)

Von Susann Fischer und Peter Könnicke
Bei einem schweren Busunfall sind am Sonntag am Schönefelder Kreuz in Brandenburg mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen.
Schönefeld/dapd. 

Für eine polnische Touristengruppe hat die Rückfahrt von einem einwöchigen Spanienurlaub in ihre Heimat ein tragisches Ende genommen: Ihr Reisebus mit 49 Insassen verunglückte am Sonntag am Schönefelder Kreuz in Brandenburg, als er mit einem Auto zusammenstieß. Dabei kamen 13 Reisende ums Leben. Zudem seien 18 Personen schwer verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. 20 Menschen wurden leicht verletzt, eine Person blieb unversehrt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sprachen dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk ihr Beileid aus. Tusk landete am Sonntagabend in Berlin und besuchte mit Platzeck ein Krankenhaus, in dem Verletzte des Unglücks behandelt werden.

Bei einem anschließenden Treffen von Tusk, Merkel und Platzeck in der polnischen Botschaft in Berlin dankte der polnische Ministerpräsident den deutschen Rettungskräften für die schnelle Hilfe bei der Bergung der Unfallopfer. Zugleich bedankte er sich für Merkels Worte des Beileids. Er hoffe, dass die Verletzten sehr schnell wieder nach Polen zurückkommen könnten. Merkel zeigte sich sehr betroffen von dem Unglück. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und dem ganzen polnischen Volk." Die Kanzlerin versicherte, die zuständigen deutschen Behörden würden alles tun, um das schreckliche Ereignis so schnell wie möglich aufzuarbeiten.

Polizei und Rettungsdienste aus Brandenburg und Berlin waren mit fast 300 Kräften im Großeinsatz. Auch Notfallseelsorger waren an der Unfallstelle. Nach Berichten von Angehörigen der Opfer im polnischen Fernsehen waren in dem Bus Beschäftigte eines polnischen Forstbetriebes auf dem Rückweg von einer einwöchigen Urlaubsreise. Der Bus sei von Spanien nach Polen unterwegs gewesen, bestätigte der Eigentümer der Firma Pol-Bus aus dem nordwestpolnischen Ort Suchan, Tomasz Sochacki, auf dapd-Anfrage. Die 1997 gegründete Firma Pol-Bus besitzt nach eigenen Angaben mehrere moderne Reisebusse, die national und international hauptsächlich für touristische Reisen im Einsatz seien. Das Unternehmen verfüge über die erforderlichen Zertifikate für den internationalen Reiseverkehr, heißt es auf der Homepage.

Der Frankfurter Polizeipräsident Arne Feuring sagte, nach ersten Erkenntnissen sei der Bus von einem auf die Autobahn 10 in Richtung Frankfurt (Oder) auffahrenden Auto abgedrängt worden. Es kam zu einem Zusammenstoß beider Fahrzeuge. Anschließend prallte der Bus gegen einen Brückenpfeiler. Der genaue Unfallhergang muss aber noch untersucht werden. In dem Pkw wurde die 37-jährige Fahrerin schwer verletzt, der Beifahrer und Halter des Fahrzeuges blieb unversehrt. Ein weiterer Insasse erlitt leichte Verletzungen.

Rettungskräfte bauten am Unfallort Zelte zur Versorgung der Verletzten auf. Sechs Hubschrauber brachten die Schwerverletzten in Krankenhäuser. Die Verletzten werden in Berliner und Brandenburger Krankenhäusern betreut. Die Autobahn war in Richtung Frankfurt bis gegen 18.00 Uhr voll gesperrt.

Für Montag hat die brandenburgische Landesregierung Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden angeordnet.

Erst am 15. September hatte es in Südbrandenburg einen schweren Busunfall mit 17 Verletzten gegeben. Dabei war der Bus mit einem Lkw zusammengestoßen. Ein schweres Unglück mit einem so erheblichen Personenschaden wie am Sonntag auf dem Berliner Ring habe es in Brandenburg lange nicht gegeben, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt, Peter Salender. Im Jahr 2002 war auf der A 24 ein Bus in ein Stauende gerast, dabei starben sechs Menschen, darunter fünf Kinder.