Tierschutz: Elfenbeinhandel in China in der Kritik

04.06.2012 12:38 Uhr
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Sichergestelltes Elfenbein

Zöllner halten am 25.02.2011 sichergestelltes Elfenbein auf dem Flughafen in Bangkok. Tierschützer haben den boomenden Handel mit Elfenbein in China scharf kritisiert. (FOTO: DPA)

Tierschützer haben den boomenden Handel mit Elfenbein in China scharf kritisiert. Die Zahl der Elefanten, die in Afrika wegen ihrer Stoßzähne getötet werden, steige „dramatisch“ an, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie.
Peking/dpa. 

Tierschützer haben den boomenden Handel mit Elfenbein in China scharf kritisiert. Die Zahl der Elefanten, die in Afrika wegen ihrer Stoßzähne getötet werden, steige „dramatisch“ an, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW). Elfenbein sei zum beliebten Investitionsobjekt für chinesische Anleger geworden, weil sich der Preis von 2006 bis 2011 auf 15 000 Yuan (1900 Euro) pro Kilogramm verdreifacht habe. Auch besitze die erstarkte chinesische Währung mehr Kaufkraft.

Über den 2008 begrenzt zugelassenen legalen Handel mit Lagerbeständen hinaus werde illegales Elfenbein auf den chinesischen Markt geschleust. Reiche Chinesen wollten Elfenbein zunehmend als „weißes Gold“ besitzen. „Elefantenelfenbein ist quasi zu einer neuen Währung in China geworden“, erklärte Robert Kless, Leiter der Elefantenkampagne des IFAW-Deutschland. „Die steigende Nachfrage hat den Preis für Elfenbein hochschnellen lassen.“

Der Kauf von illegalem Elfenbein in Afrika und der profitable Verkauf in China seien zu einem „extrem lukrativen Geschäft“ mit „riesigen Profiten“ geworden. Verantwortlich sei das Artenschutzübereinkommen Cites, das 2008 den legalen Verkauf von Elfenbein-Lagerbeständen aus vier afrikanischen Ländern an China und Japan genehmigte. Seither sei der Handel mit Elfenbein - legal oder illegal - sprunghaft angestiegen.