USA: Autist überlebt drei Wochen in der Wüste

17.07.2012 15:07 Uhr
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Kleidung des Autisten William Martin LaFever

Kleidung des 28-jährigen Autisten William Martin LaFever aus Colorado Springs liegt am Escalante Fluß in Utah (USA), nachdem er von Rettungskräften gerettet wurde. (FOTO: GARFIELD COUNTY SHERIFF DEPARTMENT VIA THE DESERET NEWS/DAPD)

Von Dan Elliot
Happy End nach dreiwöchigem Überlebenskampf in der Wüste: Rettungskräfte haben im US-Staat Utah einen vermissten Autisten lebend wiedergefunden. Der Gerettete, William Martin LaFever, erzählte, er habe sich von Fröschen und Wurzeln sowie Wasser aus einem Fluss ernährt.
Denver/dapd. 

„Das ist eine der felsigsten, unbarmherzigsten Gegenden auf der ganzen Welt“, beschrieb Becki Bronson, Sprecherin des örtlichen Sheriffs, die Wüste Escalante, durch die LaFever drei Wochen lang geirrt war. Außer Sandstein, Salbei und Wacholder sei am Flussbett nichts weiter zu finden. „Wo William gewandert ist, da ist sonst niemand mehr“, sagte Bronson. „Da sind keine Menschen. Da gibt es keine Städte.“

Die Odyssee des 28-Jährigen begann bei der Ortschaft Boulder, wo er mit seinem Hund auf eine längere Wanderung gehen wollte. Als das Geld knapp wurde und ihm jemand Teile seiner Ausrüstung stahl, telefonierte LaFever mit seinem Vater. John LaFever versprach, Geld in die Stadt Page zu überweisen.

Doch anstatt mit dem Bus oder als Anhalter nach Page zu fahren, entschied sich LaFever, am Fluss Escalante entlang zum Lake Powell zu marschieren. Von dort wollte er nach Page übersetzen. Aber das Essen ging zur Neige, der Hund lief weg und LaFever begann, weitere Ausrüstungsgegenstände zurückzulassen. Bei seiner Rettung hatte er außer Kleidung und Schuhen nichts mehr bei sich, hieß es aus dem Büro des Sheriffs.

Vermisstenmeldung erst nach Wochen aufgegeben

LaFevers Familie hatte wochenlang gewartet, bevor sie eine Vermisstenmeldung aufgab. Ray Gardner, einer der örtlichen Sheriffs, der erst vor kurzem zur Suche und Rettung von autistischen Menschen fortgebildet worden war, dirigierte den Suchhubschrauber gleich zum Fluss, in der Hoffnung, dass LaFever sich an den Wasserlauf halten würde.

Und tatsächlich fanden sie am Fluss Escalante einen Mann, der winkte, rund acht Kilometer vom Lake Powell entfernt. „In meiner ganzen Karriere habe ich noch nie jemanden gesehen, der so ausgemergelt war“, wurde Gardner zitiert. „Ich konnte kaum glauben, dass er noch lebte, und ich bin mir sicher, dass er 24 Stunden später nicht mehr unter den Lebenden gewesen wäre.“ Insgesamt sei LaFever 65 Kilometer gewandert, bevor er am vergangenen Donnerstag gefunden wurde.

LaFever konnte kaum noch stehen, schilderte das Büro des Sheriffs den Moment der Rettung. Der Autist sei aber so froh über den Kontakt mit Menschen gewesen, dass er zunächst redete und redete anstatt zu essen und zu trinken, Später, nach einem Getränk und einem Müsliriegel, wurde LaFever mit dem Hubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.