Die Ärzte eines Krankenhauses im US-Staat Michigan hielten die 26-Jährige noch einen Monat lang am Beatmungsgerät, um den Babys eine Überlebenschance zu geben. Nach 25 Schwangerschaftswochen wurden die beiden Jungen dann per Kaiserschnitt entbunden. Ob sie überleben werden, ist noch ungewiss.
Ethische Fragen
Nicholas und Alexander wogen jeder weniger als 900 Gramm, als sie am 5. April auf die Welt geholt wurden. Die extremen Frühchen werden in einer Kinderklinik in Grand Rapids betreut und erhalten noch künstliche Beatmung, sagte der Sprecher Bruce Rossman. Ein solches Verfahren ist selten: Deutsche Forscher zwischen fanden zwischen 1982 und 2010 nur 30 ähnliche Fälle.
"Wir hoffen sehr, dass sie es schaffen, aber im Moment sind sie noch zu klein für eine verlässliche Prognose", sagte Rossman. "Bei so früh geborenen Kindern besteht ein hohes Risiko von Spätfolgen. Es ist zu früh, um etwas zu sagen." 70 Prozent der nach 25 Schwangerschaftswochen geborenen Frühchen überlebten, doch bestehe die Gefahr langfristiger Gesundheitsschäden, erklärte der spezialisierte Arzt Cosmas Vandeven von der Universitätsklinik Michigan.
Boldens Familie habe die Ärzte gebeten, "alles nur Mögliche zu tun, um diese Babys zu retten", sagte Rossman. Die Mediziner hätten eingehend darüber beraten. "Sie brauchten mindestens 24 Wochen, bevor wir in Erwägung ziehen konnten, sie zu holen." Ihr Bruder Vance Terrell besuchte die Frau im Krankenhaus und sprach ihr Mut zu, obwohl ihm klar war, dass sie ihn nicht sehen oder hören konnte und ihre Söhne nie im Arm halten würde. "Es war schwer, da rauf zu gehen", sagte Terrell. "Ich habe sie spüren lassen, dass ich da bin."
Jede Woche zählt
Vandeven findet Boldens Fall sehr ungewöhnlich. Eine wichtige ethische Frage in solchen Fällen sei, ob eine hirntote Frau durch künstliche Beatmung und Kaiserschnitt leide. "Fast alle Eltern würden ihr Leben geben für ihr Kind", sagte Vandeven. "Aber man muss wirklich unabhängige Meinungen einholen: Sind wir sicher, dass wir der Mama nicht schaden?" Bolden hatte schon zwei Kinder, eine elfjährige Tochter und einen dreijährigen Sohn. Für ihre Angehörigen war es herzzerreißend, sie sterben zu sehen, aber eine Erleichterung, dass die Zwillinge lebten.