USA: Zuhälter bei Aktion gegen Kinderprostitution gefasst

26.06.2012 19:29 Uhr | Aktualisiert 26.06.2012 19:52 Uhr
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Ein Schlag gegen Kinderprostitution ist dem FBI in den USA gelungen. Die Bundesermittler nahmen bei einer großangelegten Aktion mehr als 100 mutmaßliche Zuhälter fest und befreiten 79 Jugendliche aus deren Fängen.
Washington/MZ/dpa. 

Drei Tage lang hatten Fahnder in 57 amerikanischen Städten Razzien durchgeführt. "Kinderprostitution bleibt eine große Bedrohung für Kinder in ganz Amerika", sagte Kevin Perkins vom FBI. Videos von den Einsätzen stellte die US-Ermittlungsbehörde ins Internet.

Die Operation ist Teil der seit 2003 laufenden nationalen Initiative "Innocence Lost" (Verlorene Unschuld). Dabei arbeiten FBI, Justiz und das Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (NCMEC) zusammen. Bislang konnten mehr als 2 200 Kinder gerettet werden, teilte das FBI mit. "Kinderprostitution und Menschenhandel zu sexuellen Zwecken passieren nicht nur am anderen Ende der Welt. Diese hinterhältigen Verbrechen geschehen in amerikanischen Städten und die Opfer sind amerikanische Kinder", sagte NCMEC-Präsident Ernie Allen.

Die gegen ihren Willen festgehaltenen Jugendlichen sind nach Angaben des US-Fernsehsenders CNN 13 bis 17 Jahre alt. Ein Kind sei bereits im Alter von elf Jahren zur Prostitution gezwungen worden. Pro Jahr würden Schätzungen zufolge mindestens 100 000 amerikanische Kinder in die Prostitution getrieben. "Ein Zuhälter kann wirklich jeder sein", beschreibt Dan Steel, der für die Aktion in Denver zuständig war, die Schwierigkeit der Ermittler, die Täter zu identifizieren. "Es sind Weiße, Schwarze, Latinos, Männer, Frauen, Junge und Alte." Sie leben nicht nur in den Armenvierteln der Städte, sondern oft genug in den wohlhabenden Vororten. Wie ihre Opfer. Meist junge Mädchen, die oft aus kaputten Familien stammen und Halt suchen. Oft kommen sie durch Alkohol- und Drogenmissbrauch auf die schiefe Bahn. Die eigentliche Herausforderung, das wissen die Experten, kommt für die Kinder nach ihrer Rettung. Denn es sei oft schwer, sie wieder in normale Verhältnisse zu integrieren, heißt es.