Mit in den Schuhen versteckten Schusswaffen konnten zwei Mitglieder der radikalislamischen Taliban nach Angaben der Behörden zunächst an zwei Sicherheitskontrollen vorbeikommen, bevor sie von Leibwächtern gestellt wurden. In einem anschließenden Feuergefecht seien die Angreifer sowie zwei Angehörige der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen.
Vor dem Gelände entdeckte die afghanische Polizei nach Angaben des Gouverneurs Turjalai Wesa zudem zwei mit Sprengsätzen präparierte Autos. Offenbar sei geplant gewesen, sie explodieren zu lassen, sobald sich eine Menschenmasse dort versammelt hätte, sagte Wesa. Beide Bomben seien jedoch rechtzeitig von der Polizei entschärft worden. Der Gouverneurssprecher Parwis Nadschib hatte zunächst erklärt, die beiden Angreifer hätten auch Sprengstoffwesten getragen. Wesa erklärte später aber, dies sei nicht der Fall gewesen. Die beiden Angreifer seien unter dem Vorwand erschienen, ihn um seinen Einsatz zugunsten inhaftierter Verwandter zu bitten, sagte Wesa - einem durchaus üblichen Anliegen. „Die Aufständischen sind nicht dumm. Sie hatten sehr kleine Waffen in ihren Schuhen versteckt und bei zwei Kontrollen wurden sie nicht entdeckt.“
Zwtl.: Ein weiterer Leibwächter verletzt
Erst im Empfangsraum vor seinem Büro sei ein Wachmann misstrauisch geworden, sagte Wesa weiter. Daraufhin hätten die Angreifer zwei Leibwächter erschossen und ihnen die Waffen entwendet. Bei dem etwa halbstündigen Feuergefecht sei ein weiterer Leibwächter verletzt worden. Taliban-Sprecher Kari Jusef Ahmadi erklärte, es habe sich um einen Angriff seiner Organisation gehandelt.
Der vereitelte Anschlag vom Samstag zeigt, dass die Aufständischen noch immer in der Lage sind, auch in relativ sicheren Regionen des Landes zu operieren. Erst vor rund zwei Wochen hatten Rebellen das Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen. Bei den Kämpfen kamen fast 50 Menschen ums Leben.