Die Kooperation in Zentral- und Südasien und mit weiteren Verbündenten werde in Afghanistan und der gesamten Region zu Stabilität, Frieden und wirtschaftlichem Fortschritt führen, sagte Karsai am Donnerstag in seiner Eröffnungsrede. Auch der so wichtige Kampf gegen «Terrorismus, Radikalismus und Gewalt» könne dadurch vorangebracht werden.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle rief Afghanistan und seine Nachbarländer wie Iran und Pakistan zur Zusammenarbeit auf. Afghanistan werde nur gemeinsam mit den Nachbarn eine «vernünftige, friedliche Zukunft» haben, sagte Westerwelle bei der Konferenz, die von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet wird.
An der Regionalkonferenz nehmen Regierungsvertreter aus 30 Ländern und von mehreren internationalen Organisationen teil, darunter auch der russische Außenminister Sergej Lawrow. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wandte sich in einer Videobotschaft an die Teilnehmer.
Das Treffen schließt an eine Konferenz in Istanbul im November an, bei der Afghanistan erstmals mit allen seinen Nachbarn sowie Regionalmächten wie Russland, China und Indien über eine engere Zusammenarbeit diskutiert hatte. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu betonte, es sei wichtig, diesen Verständigungsprozess fortzusetzen. Es wird erwartet, dass die Teilnehmer zum Abschluss der Konferenz eine Erklärung mit verabschieden, mit der mehrere konkrete vertrauensbildende Maßnahmen auf den Weg gebracht werden sollen.
Kurz vor Beginn der Regionalkonferenz sind im Norden des Landes mindestens elf Menschen bei einem Bombenanschlag verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, explodierte der ferngezündete Sprengsatz am Donnerstagmorgen (Ortszeit) in der Provinz Dschosdschan. Ziel des Angriffs sei ein Stammesältester gewesen. Der Mann und zwei seiner Kinder seien unter den Opfern. Die Provinz Dschosdschan gehört zum Einsatzgebiet der Bundeswehr.