J. Koppelin (FOTO: DPA)
Im Büro des Abgeordneten Volker Wissing will man den Vorgang nicht weiter kommentieren. "Das ist unterhalb seiner Wahrnehmungsschwelle", sagt ein Mitarbeiter des FDP-Parlamentariers. Schöner wurde in Berlin schon lange nicht mehr geflunkert.
Wissing hat mit seinem Parteifreund Jürgen Koppelin eine echte Fehde am Laufen. Letzterer ist 66 Jahre alt und war von 2009 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Bei der Neuwahl des Vorstandes im letzten Jahr unterlag er jedoch besagtem Kollegen. Der ist 41, also 25 Jahre jünger. Koppelin hat die Niederlage schlecht verkraftet. Im Herbst gab er deshalb die Pressemitteilungen des Parteifreundes als kleines Buch heraus. Nun soll eine zweite, aktualisierte Auflage folgen. Unkostenbeitrag: 15 Euro. Koppelin wird mit der Begründung zitiert, das "große Werk" gehöre "in die Hand eines jeden Liberalen".
Es ist der reine Spott. Echt fröhlich ging es jüngst im Aufzug des Reichstages zu. Dort traf die Staatsministerin im Außenamt, Cornelia Pieper (FDP), auf ihren Fraktionschef Rainer Brüderle, umgeben von einem Dutzend Zeugen. Es herrschte eine Stimmung wie im Kegelclub "Alle Neune", der auf einem Ausflug das Bistro des Intercity gekapert hat. Pieper rief: "Rainer, Du bist mein Gott!" Da wieherte der Aufzug. Brüderle wird sich das merken. Gute Chefs wissen: Wer lacht, hat noch Reserven.