Frankreich: Kampf am rechten Rand

23.04.2012 11:14 Uhr | Aktualisiert 24.04.2012 11:27 Uhr
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Francois Hollande

«Frankreich kann sich nicht nochmals fünf Jahre täuschen lassen.» twitterte Francois Hollande. (FOTO: DPA)

Am Tag nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich haben die beiden Kandidaten für die Stichwahl den Kampf um die Mitte- und Rechtswähler begonnen.
Paris/dpa. 

Der Sieger des ersten Wahlgangs, der Sozialist François Hollande, kündigte an, die extremistischen Wähler "zu suchen".

Präsident Nicolas Sarkozy, der knapp hinter Hollande lag, warb um die Stimmen der Arbeiter. Für den Tag der Arbeit am 1. Mai kündigte der Präsident ein großes Wahlkampffest an, für die, "die hart arbeiten" und "leiden". Sarkozy muss vor allem versuchen, im zweiten Wahlgang am 6. Mai möglichst viele Wähler Le Pens auf seine Seite zu ziehen. Die Chefin der Front National (FN) hatte mit 17,9 Prozent das beste Ergebnis der Parteigeschichte eingefahren.

Verhandlungen mit der konservativen Regierungspartei UMP erteilte die FN eine Abfuhr. FN-Wahlkampfchef Florian Philippot sagte, seine Partei stehe nicht für "die kleinen politischen Tricks". Sarkozy sprach mit Blick auf die rechtsextremen Wähler von einem "Krisenvotum". Darauf müsse "eine Antwort" gegeben werden.

Die FN-Kandidatin lag auf Platz drei hinter Hollande, der laut Endergebnis des französischen Innenministeriums die erste Wahlrunde mit 28,6 Prozent vor Sarkozy mit 27,2 Prozent der Stimmen gewann. Auf dem vierten Platz nach Le Pen folgte der Linkskandidat Jean-Luc Mélenchon mit 11,1 Prozent. Den fünften Platz belegt der Zentrumskandidat François Bayrou mit 9,1 Prozent deutlich vor der Grünen-Politikerin Eva Joly mit 2,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 79,47 Prozent und damit über dem Durchschnitt.

Die Bundesregierung zeigte sich ebenso wie die SPD beunruhigt über das starke Ergebnis Le Pens. Das Ergebnis zeige, "wie groß der Wunsch der Franzosen nach einem Wechsel ist", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel, der Hollande unterstützt hatte. "Die Kanzlerin unterstützt weiter Sarkozy", sagte indes Vize-Regierungssprecher Georg Streiter. Sie werde aber mit jedem Präsidenten zusammenarbeiten.

Frankreich - Präsidentschaftswahl 2012