Fussball: Kein Alkohol im Stadion?

25.05.2012 21:17 Uhr | Aktualisiert 04.02.2013 18:50 Uhr
Dortmunder Stadion. (ARCHIVFOTO: DPA) 
Von Hendrik Kranert-Rydzy
Die CDU will Fans den Zapfhahn zudrehen und so Polizei und andere Helfer besser schützen. Das Abbrennen von Pyrotechnik soll als Straftat gelten.
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Halle (Saale)/MZ. 

Fußball-Fans drohen herbe Einschnitte: CDU-Innenpolitiker von Bund und Ländern wollen Stadien zu alkoholfreien Zonen erklären und gewalttätige Fans mit lebenslangen Stadionverboten belegen. Das Abbrennen von Pyrotechnik soll zudem unter Strafe gestellt werden. Dies geht aus einer "Halleschen Erklärung" hervor, die am Freitag von der Konferenz der innenpolitischen Sprecher der CDU-Bundes- und Landtagsfraktionen verabschiedet wurde. Schwerpunkt des Treffens war die zunehmende Gewalt gegen Polizisten, vor allem bei Fußballspielen.

Keine Einigkeit erzielten die Politiker bei der Frage, ob Vereine an den Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen beteiligt werden sollen, sagte der Vorsitzende der Konferenz, der Dessauer Landtagsabgeordnete Jens Kolze. Die Union in Sachsen-Anhalt etwa lehnt dies ab. "Bei einer gewissen Zahl von Vereinen - gerade in der ersten Liga - mag das ja gehen, aber spätestens ab der dritten Liga sind die Vereine damit schlichtweg überfordert", sagte Kolze. Bei Risikospielen soll von Besuchern ein Aufschlag auf den Ticketpreis erhoben werden, um weitere Ordner und andere Sicherheitsmaßnahmen zu finanzieren. Zudem sollen bei solchen Spielen deutlich mehr personengebundene Eintrittskarten verkauft werden, um die Zahl potenzieller Randalierer zu begrenzen.

Ein generelles Alkoholverbot in Stadien sieht Kolze zwar kritisch - "zu einer guten Veranstaltung gehört auch ein Glas Bier oder Wein" - die Mehrheit seiner CDU-Kollegen befürwortet jedoch, dass in den Arenen nur noch alkoholfreie Getränke ausgeschenkt werden. Wohl mit dem Gedanken, dass Fans schon vor dem Stadion-Besuch trinken, sollen nach dem Willen der Unionspolitiker auch in Bussen und Bahnen der Genuss von Alkohol verboten werden. Aufgrund der jüngsten Vorfälle, bei denen trotz Verbots Bengalische Feuer und sogenannte Polenböller im Stadion abgefeuert wurden, soll deren Abbrennen in Stadion nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat gewertet werden.

Weil die Gewalt gegen Polizisten, aber auch Feuerwehrleute und Rettungsdienst-Mitarbeiter zunehme, forderten die Innenpolitiker auch einen "besseren strafrechtlichen Schutz" dieser Gruppen und ein "beherzteres Durchgreifen" der Gerichte. "Wir dürfen nicht mehr hinnehmen, dass Feuerwehrleute und Rettungssanitäter im Einsatz angepöbelt oder gar geschlagen werden", erklärte Kolze.

Vor dem DFB-Bundesgericht wurde derweil über den Einspruch von Hertha BSC Berlin gegen die Wertung des Relegationsspiels in Düsseldorf verhandelt. Bis zum frühen Abend gab es aber noch kein Urteil.