Ministerpräsident Kurt Beck. (FOTO: DAPD)
Dass der 63-Jährige seinen Urlaub unterbrach, um vor die Presse zu treten, lässt erahnen, welche Dimension die Nürburgring-Pleite für den dienstältesten Ministerpräsidenten hat. Mit unterdrücktem Zorn wetterte er gegen die EU, die Milliarden für die Bankenrettung fordere: "Aber uns hat man ein paar Millionen Übergangshilfen verweigert." Das sei "eine bittere Wahrheit". Wer Beck kennt, der ahnt, wie viel Wut und Verletzungen in seinem Inneren brodeln. Bitter ist das Aus für die Rennstrecke mit angeschlossenem überdimensionierten Vergnügungspark nicht nur für die strukturschwache Eifel-Region und den Landesfinanzminister, der nun 250 Millionen Euro locker machen muss. Bitter ist die Pleite vor allem für Beck persönlich. Einmal schon, nach seinem Sturz als Bundesvorsitzender der SPD im September 2008, musste er wie ein geprügelter Hund das Feld räumen. Er zog sich zurück in seine Heimat. Zunächst schien "König Kurt" das Comeback zu gelingen. Dann meuterten die Koblenzer Richter gegen die Justizreform und das Debakel um Becks Prestigeprojekt Nürburgring bahnte sich an. Schließlich wurden Becks vertrauliche Sondierungen einer möglichen Amtsübergabe an die Presse durchgestochen. Sein Trauma kehrte zurück. "Blanker Blödsinn" sei das, blaffte er und dass er bis 2016 weitermachen wolle. Nun rufen Opposition und Steuerzahlerbund nach dem Rücktritt des Mannes. Beck wird kämpfen. Es geht um alles. Es geht um seine Ehre.