Leben auf dem Land: Auf 100 Männer kommen 85 Frauen

27.06.2012 14:39 Uhr
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Leben auf dem Land

Junge Frauen meiden immer stärker das Leben auf dem Land. (SYMBOLFOTO: DPA)

Junge Frauen meiden immer stärker das Leben auf dem Land. Besonders in Ostdeutschland gibt es einer Untersuchung zufolge ein großes Defizit an Frauen zwischen 18 und 24 Jahren.
Salzwedel/dapd. 

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer, Christoph Bergner, legte am Mittwoch eine Studie zu Ursachen und Folgen der selektiven Abwanderung junger Männer und Frauen aus Ostdeutschland vor. Danach verlassen junge Frauen die strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands immer noch wesentlich häufiger als Männer.

Nicht ohne Konsequenzen: Gegenwärtig kommen in den östlichen Landkreisen der Studie zufolge auf 100 Männer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren nur 85 gleichaltrige Frauen. Im Jahr der Wiedervereinigung war das Verhältnis mit 100 zu 95 hingegen deutlich besser. Besonders betroffen ist demnach unter anderem der Altmarkkreis Salzwedel mit einem Verhältnis von 100 zu 76.

Von der Abwanderung aus den Landkreisen profitieren die Städte und Ballungsräume in Ostdeutschland. Während Migration früher überwiegend von Ost nach West gerichtet war, findet sie heute zunehmend innerhalb der neuen Bundesländer statt.

Das Phänomen der Abwanderung junger Frauen aus ländlichen Regionen findet sich sowohl in den alten Bundesländern als auch in anderen europäischen Ländern. Das Ausmaß der Geschlechterungleichgewichte in Ostdeutschland ist den Angaben zufolge jedoch europaweit einzigartig.