Nordrhein-Westfalen: SPD-Frau trifft CDU-Mann

30.04.2012 22:53 Uhr
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Hannelore Kraft (SPD) und Norbert Röttgen (CDU)

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) spricht in Köln während des Fernsehduells mit dem Spitzenkandidaten der CDU, Bundesumweltminister Norbert Röttgen. (FOTO: WDR/HERBY SACHS)

Hannelore Kraft warb für „vorbeugende Politik“, die durch Investititonen in Bildung und Arbeit zu Einsparungen führen werde, Norbert Röttgen kritisierte „Verschuldungspolitik“ - die SPD-Ministerpräsidentin und ihr CDU-Herausforderer haben sich ihr einziges Live-Duell im Fernsehen vor der Landtagswahl am 13. Mai geliefert.
Köln/AFP. 

Zum Auftakt der entscheidenden Wahlkampfphase in Nordrhein-Westfalen haben sich Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihr Herausforderer Norbert Röttgen (CDU) ihr einziges Live-Duell im Fernsehen geliefert. Knapp zwei Wochen vor der Neuwahl des Düsseldorfer Landtags warf Röttgen seiner Kontrahentin am Montag im WDR eine „Verschuldungspolitik“ vor, die „endlich beendet werden“ müsse. Kraft warb hingegen für eine „vorbeugende Politik“, die durch Investititonen unter anderem in den Bereichen Bildung und Arbeit letztlich zu Einsparungen führen werde.

Im Mittelpunkt der aus Köln übertragenen einstündigen Live-Diskussion der beiden Ministerpräsidenten-Kandidaten standen neben Bildung und Finanzen die Wirtschafts- und die Energiepolitik. Kraft vertrat die Auffassung, die Mitte März gescheiterte rot-grüne Minderheitsregierung im bevölkerungsreichsten Bundesland habe „20 Monate lang das Land gut vorangebracht“. Die SPD kämpfe nun um Fortsetzung des Regierungsbündnisses mit den Grünen und strebe dabei eine „starke SPD“ an. „Mein Platz ist hier in Nordrhein-Westfalen“, bekräftigte die Ministerpräsidentin.

Der CDU-Spitzenkandidat und Bundesumweltminister Röttgen ließ erneut offen, ob er im Falle einer CDU-Niederlage bei der Landtagswahl auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf wechseln würde. Röttgen sagte, Rot-Grün habe fast zwei Jahre lang die Chance gehabt, „das Land voranzubringen“, weise aber nun eine Negativbilanz auf. „Wir glauben, dass man besser regieren kann in Nordrhein-Westfalen“, sagte der Herausforderer in der sachlichen Debatte, in der sich der CDU-Politiker allerdings als durchaus angriffslustig erwies.

Bei der vorgezogenen NRW-Wahl am 13. Mai kann Kraft Umfragen zufolge auf eine rot-grüne Mehrheit hoffen. In einer vergangene Woche veröffentlichten Umfrage kamen die SPD auf 38 Prozent und die Grünen auf zehn Prozent der Stimmen. Die CDU kann mit 32 Prozent rechnen, die Piratenpartei mit neun Prozent. Die FDP befindet sich demnach im Aufwärtstrend und könnte mit fünf Prozent den Wiedereinzug in den Düsseldorfer Landtag knapp schaffen. Die Linke wäre dagegen mit vier Prozent nicht mehr im Landesparlament vertreten.

Kraft und Röttgen werden am Mittwoch in einem größeren Kreis erneut bei einer Fernsehdebatte aufeinandertreffen. An der zweiten TV-Diskussion im WDR nehmen auch die Spitzenkandidaten von Grünen, FDP, Linken und Piraten teil. Der politische Schlagabtausch vom Montag war jedoch das einzige Zweier-Aufeinandertreffen der Ministerpräsidentin und ihres Hausforderers.