Parteitag: Linke will drängende Personalfragen klären

01.06.2012 08:09 Uhr | Aktualisiert 03.06.2012 14:48 Uhr
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Aufbau für Linke-Bundesparteitag

Aufbau für Linke-Bundesparteitag in Göttingen. (FOTO: DPA)

Von MARKUS DECKER
Linksfraktionschef Gregor Gysi hat vor dem am Sonnabend beginnenden Linksparteitag in Göttingen eindringlich vor einer „Spaltung“ gewarnt.
Göttingen/MZ. 

Linksfraktionschef Gregor Gysi hat vor dem am Sonnabend beginnenden Linksparteitag in Göttingen eindringlich vor einer „Spaltung“ gewarnt. „Entweder es gelingt ein Neubeginn, oder es endet in einem Desaster bis hin zu einer möglichen Spaltung“, sagte der 64-Jährige am Freitag. Der Maßstab für ein Gelingen des Parteitags sei, „ob wir eine kooperative Führung hinbekommen“. Er sei mit seiner „Integrationsaufgabe erst einmal gescheitert“, räumte Gysi ein. Er habe „immer versucht, den Ausgleich zu wahren“, aber auch für ihn sei „das Ende der Fahnenstange langsam erreicht“. Es wäre laut Gysi „jammerschade, wenn die Linke sich zerlegt“. Er verwies auf „die Lage in Europa, die Kriege, die Finanzkrise, die Art, wie die Banken ihre Macht gegen die Parlamente und Regierungen ausspielen“. Dies alles mache „eine starke Linke erforderlich“. Unterdessen machten Vize-Parteichefin Katja Kipping (34) und die NRW Landesvorsitzende Katharina Schwabedissen (39) deutlich, dass sie es mit der Idee einer weiblichen Doppelspitze ernst meinen. Skeptisch bis ablehnend äußerten sie sich zu dem Vorstoß von Vizeparteichefin Sahra Wagenknecht, wonach Kipping mit dem Landesvorsitzenden von Baden-Württemberg, Bernd Riexinger, ein Team bilden könnte. Riexinger ist ein Anhänger des früheren Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine.

Neben den bekannten Kandidatinnen und Kandidaten Dietmar Bartsch, Sabine Zimmermann, Dora Heyenn, Kipping, Schwabedissen und Riexinger haben noch mehrere unbekannte Männer ihren Hut in den Ring geworfen. Ihre Namen lauten Bernd Horn, Norbert Pultermann, Jürgen Stange, Ralph Alfred Böttcher und Werner Klein. Horn findet: „Der bürgerliche Parlamentarismus ist niemals in der Lage, den Kapitalismus zu überwinden.“ Daher brauche die Parteispitze „eine Struktur, die nicht mit den parlamentarischen Klammern behaftet und beschwert ist“. Pultermann lobt den früheren kubanischen Machthaber Fidel Castro. Nur „durch den großen Sozialisten“ sei es gelungen „die Bürger Kubas vor Hungertod und Epidemien zu schützen“. Die Positionen Stanges, Böttchers und Kleins sind völlig unklar. Die zwei Letzteren haben keinerlei schriftliche Bewerbungsunterlagen eingereicht.