Peking: Chinesischer Aktivist Chen verlässt US-Botschaft

02.05.2012 21:49 Uhr | Aktualisiert 02.05.2012 21:54 Uhr
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Der geflohene chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng hat die US-Botschaft in Peking verlassen. Der blinde Aktivist sei in eine medizinische Einrichtung gebracht worden, um dann mit seiner Familie zusammenzutreffen, sagte ein US-Beamter am Mittwoch.
Peking/AFP. 

Peking forderte wegen der Aufnahme Chens durch die US-Botschaft eine Entschuldigung Washingtons.

Chen habe die Botschaft auf eigenen Willen verlassen, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Die Anwesenheit Chens in der US-Botschaft war nicht offiziell bestätigt worden. Lediglich die Unterstützer des 40 Jahre alten Bürgerrechtlers hatten erklärt, dass er sich dort aufhalte.

Mit deutlichen Worten kritisierte die chinesische Regierung, dass die USA Chen sechs Tage lang in der Botschaft aufgenommen hätten. Das Vorgehen der USA bedeute "eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas". Peking sicherte Chen Guangcheng nach US-Angaben aber einen "sicheren" Aufenthaltsort in China zu.

Der seit seiner Kindheit blinde Aktivist war nach vier Jahren Haft im September 2010 aus dem Gefängnis entlassen worden und stand seither unter Hausarrest. Am 22. April gelang ihm die Flucht. Chen ist einer von zahlreichen autodidaktischen Anwälten, die sich in Menschenrechtsfragen engagieren. Er zog vor allem mit Kritik an der Ein-Kind-Politik den Zorn der chinesischen Führung auf sich, nachdem er zahlreiche erzwungene Abtreibungen und Sterilisierungen von Frauen aufgedeckt hatte.