Rechtsextremismus: NSU-Terroristen begingen möglicherweise Bankraub in Hessen

06.05.2012 18:53 Uhr
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Fahndungsbilder

Die Bildkombination zeigt die Fahndungsbilder von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos (von links). (FOTO: DPA)

Auf das Konto der Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos geht laut einem Bericht des «Spiegel» möglicherweise auch ein bisher noch nicht aufgeklärter Banküberfall in Hessen.
Hamburg/Wiesbaden/dapd. 

Ermittler prüfen einen Raub am 6. August 2001 im hessischen Birstein, wie das Hamburger Nachrichtenmagazin am Sonntag berichtet. Damals waren zwei mit Sturmhauben maskierte Männer in die Filiale der Volksbank gestürmt. Mit einer Waffe bedrohten sie die Angestellten und erbeuteten 15.000 Mark. Sie flüchteten auf einem gestohlenen Motorrad mit Fuldaer Kennzeichen.

Der innenpolitische Sprecher der hessischen Grünen-Landtagsfraktion, Jürgen Frömmrich, rief Innenminister Boris Rhein (CDU) auf, im nächsten Innenausschuss über Ermittlungsergebnisse zu möglichen Taten des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) in Hessen zu informieren. In der Vergangenheit hätten die Sicherheitsbehörden Bezüge der rechtsterroristischen Gruppe nach Hessen stets verneint, erklärte Frömmrich am Sonntag. Die Frage sei, ob diese Aussage noch immer Bestand habe oder ob den Ermittlungsbehörden womöglich neue Informationen vorlägen.

Der Banküberfall wäre bereits der zweite Bezug der Rechtsterroristen zu Hessen. «Es muss dringend aufgeklärt werden, ob an der Sache etwas dran ist», betonte Frömmrich. Vor einigen Tagen hatte das Bundeskriminalamt in Limburg die Wohnung eines Zeugen in den NSU-Ermittlungen durchsucht.

Der Raub in Birstein wäre der 15. Banküberfall, der dem NSU zugerechnet werden würde. Der Raub gehört nach Angaben des «Spiegel» allerdings noch nicht zu den Verfahren der Bundesanwaltschaft gegen Komplizen der Rechtsextremisten. Ein Hinweis aus der Bevölkerung hatte zu der neuen Ermittlung geführt.