Schulversuch: NRW führt islamischen Religionsunterricht ein

21.08.2012 12:55 Uhr
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) diskutieren mit Jugendlichen während der «Jukon12» in Essen. (FOTO: DPA) 
Als erstes Bundesland führt Nordrhein-Westfalen mit Beginn des neuen Schuljahres an diesem Mittwoch islamischen Religionsunterricht ein - allerdings noch nicht flächendeckend.
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Düsseldorf/dpa. 

40 Fachlehrer werden zunächst an 44 Grundschulen insgesamt rund 2500 muslimische Kinder unterrichten. Insgesamt gibt es in NRW 320.000 Schüler muslimischen Glaubens.

Schon seit dem Schuljahr 1999/2000 läuft in NRW ein zeitlich nicht befristeter Schulversuch „Islamkunde in deutscher Sprache“. Daran nahmen im vergangenen Schuljahr mehr als 10.000 Kinder an 143 Schulen teil. Bereits 1986 wurde Islamkunde als Teil des herkunftsprachlichen Unterrichts eingeführt.

Während die Islamkunde eher kulturwissenschaftlich orientiert ist, geht es bei dem neuen Angebot um einen bekenntnisorientierten Unterricht aus der Perspektive des Glaubens. Die Fachlehrer werden in Kooperation der Universitäten Münster und Osnabrück ausbildet. Nach Angaben des Ministeriums hat es zuletzt mehr als 400 Bewerbungen für 130 Plätze, die pro Jahr zur Verfügung stehen.

Ein regulärer Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht soll erst im Sommer 2013 fertig sein. Bis dahin können sich die Lehrer an den Themen der Islamkunde orientieren. Die Voraussetzungen für den Religionsunterricht hat das Schulministerium zusammen mit einem Beirat von Islam-Experten verabredet. Spätestens bis 2019 soll eine Lösung geschaffen werden, die das Beiratsmodell durch eine feste Vertretung der Muslime ersetzt. Bislang haben sie in Deutschland keine offiziell legitimierte islamische Religionsgemeinschaft.