Kindheit im Heim. Eine Berlinerin zeigt ihre Fotos aus dieser Zeit. (FOTO: DAPD)
Berlins Anteil daran beträgt rund 1,6 Millionen Euro.
Die Berliner Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder aus Ost und West hat ihre Arbeit bereits Anfang des Jahres aufgenommen. Bisher haben sich dort rund 450 Betroffene gemeldet. 200 erkundigten sich speziell nach dem neuen Fonds, sagte Thorsten Metter, Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung, am Freitag.
Der neue Fonds wurde nach westdeutschem Vorbild errichtet, zahlt aber keine klassischen Entschädigungsleistungen aus. Das Geld soll Menschen vielmehr helfen, Therapien zu bezahlen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Dazu müssen Betroffene nachweisen, dass die Krankheit durch einen Heimaufenthalt verursacht wurde. Einige ehemalige Heimkinder leiden noch immer unter liebloser Erziehung und den manchmal drakonischen Strafen. Sie hatten durch mangelnde Bildung und Ausbildung schlechtere beruflichen Chancen, erfuhren Ausgrenzung und psychische Traumatisierungen.
Dauerhafte Zahlungen, zum Beispiel eine Opferrente, sind zur Enttäuschung vieler Betroffener im Fonds nicht vorgesehen. Wer aber im Alter zwischen 14 und 18 Jahren während der Heimerziehung arbeiten musste, ohne dass Rentenansprüche abgeführt wurden, kann eine Einmalzahlung beantragen.
Nach dem ersten DDR-Heimbericht gab es zwischen 1949 und 1990 rund 400 000 Kinder in Heimen und Jugendwerkhöfen der DDR. Für die rund 800 000 ehemaligen Heimkinder aus den alten Bundesländern wurde bereits Anfang des Jahres ein 120 Millionen Euro umfassender Fonds eingerichtet.