In deutschen Fußballstadien kommt es immer wieder zu Gewalt und Vandalismus, wobei auch Feuerwerkskörper gezündet werden. (FOTO: DPA)
Nach den fortwährenden Fanausschreitungen im deutschen Fußball drängen die Innenminister der Länder Vereine und Verbände zum Handeln. „Die Verantwortlichen haben zu lange die Augen vor den Realitäten verschlossen und das Problem gewaltbereiter Fans verniedlicht“, stellte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) fest. Er kündigte für das Ministertreffen von Mittwoch bis Freitag im mecklenburgischen Ferienort Göhren-Lebbin eine intensive Debatte zu dem Thema an. „Wir werden uns vom DFB und der DFL keine Denkverbote vorschreiben lassen, schließlich geht es um die Sicherheit von Besuchern und Spielern“, betonte Caffier. Er hoffe sehr, dass sich die Ressortchefs auf ein Maßnahmenpaket verständigen werden.
Die Gewerkschaft der Polizei Sachsen-Anhalt (GdP) unterstützt die Vorschläge der Union für ein konsequenteres Vorgehen gegen Gewalttäter und Randalierer. Sie seien eine wichtige Grundlage für die weitere innenpolitische Arbeit und deckten sich mit den Forderungen der Gewerkschaft, teilte die GdP am Sonntag in Magdeburg mit. Innenexperten von CDU/CSU aus Bund und Ländern hatten am Freitag auf einer Konferenz in Halle unter anderem gesellschaftliches Handeln wegen der zunehmenden Gewalt gegen Polizisten und bessere ordnungsrechtliche Maßnahmen gegen ungezügelten Alkoholkonsum in öffentlichen Verkehrsmitteln gefordert.
Außerdem setzten sich die Innenpolitiker dafür ein, das Abfeuern von Feuerwerkskörpern bei Fußballspielen unter Strafe zu stellen. Bisher ist das lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Denkbar sei eine Gesetzesinitiative der Fraktion im Bundestag, hieß es. In den vergangenen Monaten hatten immer wieder leichtsinnige Fans mit dem Zünden von Feuerwerkskörpern Zuschauer und Einsatzkräfte gefährdet.
Die CDU in Brandenburg plädiert für eine Änderung des Polizeirechts, damit Fußball-Hooligans eine elektronische Fußfessel bekommen können. Die Landtagsfraktion der Partei unterstützt damit einen Vorschlag des Generalbundesanwalts Harald Range. Nach den jüngsten Gewaltausbrüchen in Stadien hatte dieser sich für den möglichen Einsatz der Fußfesseln ausgesprochen.
Der CDU-Rechtspolitiker Danny Eichelbaum erklärte dazu am Sonntag: „Der Staat darf vor der zunehmenden Gewalt in Fußballstadien nicht kapitulieren.“ Platzverweise für Hooligans reichten nicht aus, sagte er. Die Anwendung der Fußfesseln sei möglich, allerdings müsse das Polizeigesetz dafür geändert werden.
Eichelbaum sprach sich auch für mehr Videoüberwachung in Stadien und schnellere Verfahren gegen gewalttätige Fußballrowdys aus. „Jeder Hooligan muss spüren, dass es Null-Toleranz für Gewalt in Fußballstadien gibt.“