Terrorismus: Salafisten - Muslime mit Verbindung zum Terror

04.03.2011 14:07 Uhr | Aktualisiert 14.06.2012 11:31 Uhr
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Der Salafismus bezeichnet eine rückwärtsgewandte Strömung im Islam. Salafisten verstehen sich als Vertreter des wahren Islams und orientieren sich buchstabengetreu am Koran.
Berlin/dpa. 

Muslime, die sich zu den Salafisten zählen, richten sich nur nach den frühesten Quellen ihres Glaubens und verfechten eine besonders enge Auslegung. Die über Jahrhunderte erfolgte theologische Weiterentwicklung des Islams lehnen sie ab.

Die ultra-orthodoxe Minderheit scheint ein Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten zu sein. Aus der größten Terrorvereinigung Algeriens, der «Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf», ging die Terrororganisation «Al Kaida im islamischen Maghreb» hervor. Der Bin-Laden-Stellvertreter Eiman al-Sawahiri bezeichnet die salafistischen Terrorzellen als Teil seiner Truppen. Auch der Attentäter, der am Mittwoch zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen tötete, hat sich nach Angaben der Bundesanwaltschaft mit salafistischem Gedankengut beschäftigt und einschlägige Internetforen besucht.

Nach Angaben des Bundesverfassungsschutzes können salafistische Prediger einen Radikalisierungsprozess befördern. Demnach fordern Salafisten ihre Anhänger dazu auf, sich von Nicht-Muslimen und auch von nicht-salafistischen Muslimen abzusondern. Seit längerem führen salafistische Prediger in Deutschland Islamschulungen durch. «Die Anzahl dieser Veranstaltungen hat ebenso wie deren bundesweite Streuung in den letzten Jahren zugenommen», heißt es im aktuellen Verfassungsschutzbericht 2009.