Blick auf den früheren Sitz des Dalai Lama, den Potala-Palast in Lhasa. Archivfoto: Adrian Bradshaw (FOTO: DPA)
„Alle mussten heute Morgen das Hotel verlassen“, sagte ein Hotelmitarbeiter telefonisch der Nachrichtenagentur dpa in Peking. Für zwei bis drei Tage könnten keine Gäste mehr aufgenommen werden. In den Straßen gebe es eine starke Präsenz von Sicherheitskräften.
Anlass könnte das Sagadawa-Fest an diesem Montag sein. Es ist eines der bedeutendsten Feiertage in Tibet, weil die Geburt, der Tod und die Erleuchtung Buddhas begangen werden. Schon seit der Selbstverbrennung von zwei Tibetern am Pilgerweg in Lhasa aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über das Hochland vor einer Woche sind die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Einer der beiden starb, der andere liegt im Krankenhaus.
Auch andere Hotels bestätigten, dass sie derzeit keine Gäste aufnehmen könnten. In Beiträgen in den Twitter ähnlichen, Weibo genannten sozialen Netzwerken in China berichteten chinesische Touristen von der Umzugsaktion. Wie viele Touristen und Hotels betroffen waren, blieb unklar. Menschenrechtsgruppen hatten nach der Selbstverbrennungsaktion auch von einer Welle von Festnahmen berichtet. Pilger von auswärts seien abgeschoben worden.