Finale der Berliner Modewoche: Designer Michalsky lässt ein hochschwangeres Model mitlaufen. Auch andere Designer hielten sich an den Vorsatz, keine allzu dünnen Models laufen zu lassen.
Von Michalsky bis zu Mode aus Istanbul: In Berlin endete am Wochenende die elfte Ausgabe der Fashion Week. Mit sommerlicher, klassischer und femininer Mode zeigte Michael Michalsky die letzte große Show. In hellen fließenden Stoffen liefen die Models am Freitagabend im Tempodrom über den Laufsteg - unter ihnen ein hochschwangeres Model.
Michalsky sagte, Stichwörter wie Freundschaft, Liebe und Austausch hätten ihn zu der Kollektion inspiriert. «Dafür habe ich nach einem Symbol gesucht», sagte der Designer. Eine junge Frau kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes verkörpere das Motto der Kollektion «Personal Sunshine» perfekt. Der Designer sagte, er achte bei allen seinen Models darauf, dass sie nicht mager seien.
Und das sah man während der Show: Unter den geöffneten Blazern und transparenten Blusen blitzten immer wieder auch runde Busen hervor. Dazu trugen die Models weit ausgestellte Hosen, schwingende Plissee-Röcke und Shorts in allen Varianten. Ob mit glitzerndem Blumendruck oder schlicht schwarz - kurze Hosen werden bei Michalsky in der kommenden Saison salonfähig.
Das gilt nicht nur für die Frauen. Erstmals präsentierte der Designer eine komplette Herren-Kollektion. Die Männer dürfen es locker angehen und weiße Socken zu Shorts und Jackett tragen. Pastelltöne dominierten: Beige und Weiß mit Akzenten in blassem Türkis, Orange und Rosa. Das kleine Schwarze und der klassische Anzug fehlen nicht. Berlins Regierender Bürgermeister und Fashion-Week-Stammgast Klaus Wowereit (SPD) kam nicht zur Michalsky-Show. Dafür kuschelten dort Noah Becker und seine neue Begleiterin in der ersten Reihe.
Am letzten Tag der Laufstegschauen stellten sich am Samstag unter anderem Designer aus Istanbul im Zelt an der Siegessäule vor. Die Fashion Week zog nach rund 50 Schauen an vier Tagen eine positive Bilanz. «Es waren alle sehr zufrieden», sagt Sprecher Daniel Aubke. Der Aufruf der «Vogue» und der Fashion Week an die Designer, keine zu dünnen Models zu verpflichten, habe gut geklappt. «Wir hoffen, dass das ein Signal ist», sagte Aubke.
Bei der Modewoche kamen auch wieder Talente zum Zuge. Das Label Blaenk gewann den Förderpreis «Start your Fashion Business» und erhielt für den ersten Platz 25 000 Euro, wie die Senatsverwaltung für Wirtschaft mitteilte. Platz zwei sicherte sich Blame, den dritten Platz Sissi Goetze.
Allgemeine Website zur Modewoche
TOPS
- Irokese: Nicht nur bei Italiens Fußballer Mario Balotelli zu beobachten. Auch Fashion-Week-Botschafterin Joan Smalls trug auf den Fotos von Mario Testino die Haare hoch.
- Futuristischer Metall-Look: gehörte bei Hugo Boss zu den Highlights. Ein Top sah aus wie aus Metall gehämmert - und trotzdem leicht zu tragen.
- Asymmetrische Kleider: Schiefes kann hübsch aussehen, siehe Unrath & Strano oder Hugo.
- Experimentierfreude: Der Kanadier Steven Tai führte eine Kreuzung aus Hose und Buch vor.
- Pastellfarben: Auf der Messe Bread & Butter zeigt sich, dass es modisch nicht mehr ganz so grell sein muss. Im nächsten Sommer trägt man beispielsweise Espandrillos in hellgelb.
FLOPS
- Ballerina-Dutt: Bei Männern als Frisur nur bedingt geeignet.
- Jutebeutel mit ironischen Sprüchen («Hinterher ist man immer blauer»). Könnten auch mal daheimbleiben.
- Bodenlange und durchsichtige Röcke: schwierig zu kombinieren.
- Planlos gestochen: Dass verworrene, bedeutungsarme Tattoos bei Jugendlichen und Sportlern im Trend liegen, ist bekannt. Dass viele Modeleute auf den Zug aufspringen, nun auch
- Hosenbeine in zwei unterschiedlichen Farben wie bei Hugo: Da scheiden sich die Geister.