Auf einer abgelegenen Sanddüne in der Nähe der Grenze zum Ulura-Kata Tjuta Nationalpark liegt das 5-Sterne-Luxus-Camp Longitude 131°. (FOTO: LONGITUDE 131°)
Muffige Schlafsäcke, schnarchende Nachbarn, schmuddeliges Gemeinschaftsklo: Wie war man froh, das hinter sich zu haben - und statt in Papas Drei-Mann-Zelt in einem richtigen Hotel Urlaub machen zu können. Mit gedeckter Tafel statt Plastikgeschirr, mit Designerbad statt Gartenschlauchdusche. Auch wenn, zugegeben, eines dabei verloren ging: das Schlafen unterm Sternenhimmel, direkt in der Natur. Und irgendwann stellte so mancher fest: Mit der Romantik eines Outdoor-Urlaubs kann auch das schönste Hotel nicht mithalten.
Glamourous Camping
Dass es offenbar vielen so geht, belegt ein Trend aus der Welt der Lagerfeuer-Fans und Wohnmobilisten: „Glamping“ heißt er – eine Abkürzung für „glamourous camping“, also Zelten mit Luxus-Touch. In den USA und Großbritannien ist das nichts völlig Neues. Selbst prominente Zeitgenossen wie Kate Moss und der Fernsehkoch Jamie Oliver haben sich als Glamper geoutet. Erstmals zu hören war von der Idee in der angelsächsischen Welt laut der britischen Reise-Journalistin Nicola Iseard im Jahr 2009.
Beliebt ist Glamping vor allem bei einer Klientel, die zwar Luxus im Urlaub als gesetzt betrachtet, sich aber politisch korrekt verhalten möchte und sich über die ökologischen Folgen eines Fünf-Sterne-Urlaubs inklusive Fluganreise Gedanken macht. So wie manche Hollywoodstars, George Clooney zum Beispiel, von der Luxuskarosse auf Hybridautos umsteigen, so propagieren die Glamping-Anhänger ein Zurück zur einfacheren Lebensweise. Auf Websites wie goglamping.net und glampinggirl.com kann man sich ein Bild von dieser Urlaubsform machen.
Glamping auf Touristikmessen
Mancher mag sich darüber mokieren, dass der Glamper sein Zelt nicht selbst aufstellt, geschweige denn durch die Wildnis trägt. Und dass er nicht auf der Isomatte nächtigt, sondern im kuscheligen, vom Caretaker frisch bezogenen Kingsize-Bett. Wie auch immer man dazu steht: Das Angebot wächst längst auch außerhalb Großbritanniens und der USA. In den Niederlanden, wo Camping traditionell beliebt ist, gab es bereits erste eigene Glamping-Abteilungen auf den großen Touristikmessen, berichtet Klaus Schneider, Geschäftsführer der deutsch-holländischen Vacanceselect Gruppe mit Deutschlandsitz in Hamburg, die Camping auf gehobenem Niveau anbietet.
Vor allem Süd- und Westeuropa eignen sich
In Italien, Spanien, Portugal und Frankreich sind die Voraussetzungen für Glamping besser als hierzulande: Es gibt mehr unberührte Natur, spektakulärere Landschaften - und meist besseres Wetter. Vor allem unsere französischen Nachbarn haben das Glampen für sichentdeckt. Dutzendfach findet man im sonnigen Languedoc, in der ursprünglichen Dordogne oder im wildromantischen Massif Central Einrichtungen, die des Glampers Herz erfreuen. Ob waschechte Indianer-Tipis oder riesige Beduinenzelte, mittelalterliche Turnierzelte oder mongolische Jurten - sie sind oft Monate im Voraus ausgebucht.
Wie glamouröses Campen aussehen kann, zeigen wir Ihnen in der Bildergalerie.
Mehr Infos zum Thema:
Goglamping: http://goglamping.net
Glampgirl: http://glampinggirl.com