Wohin die Reise auch geht – der Versicherungsschutz muss auch im Urlaub gewährleistet sein. (FOTO: DPA)
Das Auto checken, letzte Einkäufe, Koffer packen: Bei der Urlaubsvorbereitung denken Reisende an vieles – nur nicht an den optimalen Versicherungsschutz auf Auslandsreisen. Gerade das ist aber wichtig für die eigene Gesundheit und die der Familie. Denn Krankheit, Unfälle oder Diebstahl machen auch oder gerade im Urlaub nicht halt. Abhängig vom Reiseziel und der Art des Urlaubs reichen schon ganz wenige Policen, um richtig gut abgesichert zu sein.
Ein Muss: Die Auslands-Krankenversicherung
Die wichtigste Versicherung, ohne die kein Reisender losfahren sollte, ist die Auslands-Krankenversicherung, sagt Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Ein absolutes Muss, sowohl für gesetzlich als auch für privat Krankenversicherte.“ Jeder kann im Urlaub akut erkranken, mit dem Auto oder beim Sport verunglücken – ob er auf Kreuzfahrt ist, auf Städtereise, im Strandhotel oder beim schnellen Trip über die Grenze nach Österreich.
Gesetzliche Kassen zahlen kaum
Ohne zusätzlichen Auslands-Versicherungsschutz können Behandlungskosten im Ausland, ob in der EU oder anderswo, nur mit Bargeld bezahlt werden. In Vorkasse gehen muss man auf jeden Fall. Wieder zuhause erstattet die gesetzliche Krankenkasse nur den Anteil der Rechnung, der sich an den deutschen Sätzen orientiert, was kaum die anfallenden Kosten deckt. In den meisten Ländern außerhalb Europas zahlt die Gesetzliche gar nichts.
Behandlungen, Medikamente, Rücktransport
Von der Auslands-Krankenversicherung abgedeckt sind
sämtliche Kosten für medizinische Behandlungen,
Medikamente, Rücktransporte nach Deutschland, Bestattungs-
oder Überführungskosten bei Tod.
Vor allem ein Rücktransport, etwa wegen
Schlaganfällen, Herz-Kreislauf-Problemen oder
Unfällen, kann sonst horrend teuer werden, gibt ADAC-Sprecher
Jochen Oesterle zu bedenken. Auch den Privat-Versicherten kann die
Police viele Zehntausend Euro ersparen, wenn sie einen
Rücktransport aus der Ferne brauchen.
Kurzfristig abzuschließen und günstige Tarife
Wer kurz vor der Abfahrt noch keinen Auslands-Krankenschutz hat, kann ihn noch auf den letzten Drücker abschließen. Notfalls am Tag der Abreise. Hauptsache, das Konto ist gedeckt, von dem der Versicherungsbeitrag abgebucht wird. Die Dauer-Absicherung für beliebig viele Trips ins Ausland kostet nicht viel. Singles zahlen zwischen acht und zwölf Euro im Jahr, eine ganze Familie ist für etwa 15 bis 24 Euro abgesichert.
Bei teuren Fernreisen: Reiserücktrittsversicherung
Der zweitwichtigste Schutz ist die Reiserücktritts-Versicherung. Sie ist ratsam bei teuren Fernreisen, Kreuzfahrten, langfristig gebuchten Reisen, außerdem für Familien mit Kindern, für chronisch Kranke oder für Senioren. Muss eine Reise wegen plötzlicher Krankheit oder bei Tod eines Angehörigen abgesagt werden, springt sie ein und ersetzt die Stornogebühren. Bei Kurztrips sei sie eher überflüssig, erläutert Rudnik.
Wer vor Wochen gebucht, aber eine Rücktritts-Versicherung versäumt hat, kann sie womöglich noch durch den Abschluss einer Jahrespolice nachholen. Bei guten Gesellschaften sind Reise-Abbruch oder Umbuchung von Rückflügen mitversichert.
Entbehrlich: Die Reisegepäck-Police
Als „Niemals-Geld-Police“ gilt dagegen die Reisegepäck-Police. Sie soll den Verlust von Koffern, Rucksäcken oder Taschen ersetzen. Wird Urlaubern etwas gestohlen, gebe es „immer Ärger“ um die Erstattung, berichtet Rudnik. Die Police sei deshalb „entbehrlich“. Zumal das Gepäck der Urlauber im Hotelzimmer oder Ferienhaus weitgehend über die Hausratversicherung mitversichert ist.
Verluste durch Brand, Sturm, Hagel oder Raub am Urlaubsort werden ersetzt. Bei einfachem Diebstahl gibt es dagegen meist Probleme. So können Besitzer von Wohnmobilen nach einem Einbruch nicht auf ihre Hausrat-Police bauen. Gleiches gilt, wenn man auf der Straße oder im Restaurant bestohlen wird.
Die Privat-Haftpflicht gilt weltweit
Wer schon eine private Haftpflicht hat, braucht nicht noch eine Extra-Absicherung auf Reisen, sie gilt weltweit. Die Privat-Haftpflicht ist für alle Bürger rund um das Jahr ein Muss. Eine spezielle Reise-Haftpflicht macht nur in wenigen Fällen Sinn, sie deckt zusätzlich beispielsweise noch Sach- und Personenschäden in Ferienhäusern und Schäden durch Motor- und Segelboote ab.
Für Wagemutige: Reise-Unfallversicherung
Für Touristen, die im Urlaub einen gefährlichen Sport betreiben, ist eine Reise-Unfallversicherung empfehlenswert. Für andere Urlauber aber ist eine solche Kurzzeit-Absicherung nach Expertenansicht nicht sinnvoll. Die vereinbarten Schadensummen sind meist zu gering angesetzt. Wer sich gegen Unfälle absichern wolle, sollte auch das ganzjährig tun.