Vor fünf Jahren kamen 2014 Fans, um das deutsche Team mit 3:2 gegen England siegen zu sehen. (ARCHIVFOTO: SEBASTIAN)
Das Medienecho war gewaltig und sicherte der Sportart Platz, den sie sonst nur selten findet. "Die Königin von Singapur heißt Juliane Schenk", titelten viele Zeitungen und adelten damit einen Erfolg, der für den deutschen Badmintonsport eine Premiere war.
Zum ersten Mal war es einer Spielerin aus Deutschland gelungen, eines der zwölf größten Badmintonturniere der Welt, die "Singapore Open" in Asien zu gewinnen. "Ich habe das mitbekommen und begeistert aufgenommen", sagt Ralph Hirsch, "denn es hätte kaum einen besseren Zeitpunkt dafür geben können."
Lin Dan dabei
Denn es war genau just die Woche, in der Hirsch, Dessau-Roßlaus Sportdirektor, eine Veranstaltungskatze aus dem Sack lassen wollte, die es in sich hat: Am 11. Oktober 2012 wird die deutsche Badminton-Nationalmannschaft in Dessau-Roßlau ein Länderspiel gegen China bestreiten. "Das ist", verkündet Ralph Hirsch, "das größte Juwel, das man in dieser Sportart erhalten kann."
Auch beim SV Anhalt Bobbau haben Spieler und Trainer natürlich von dem diesem Highlight in Dessau gehört. "Wir werden auf jeden Fall dabei sein", sagt Werner Bärwald. Der Nachwuchstrainer hat dabei seit Samstag eine weitere Nachricht: "Auf jeden Fall werden Bobbauer mit der deutschen oder chinesischen Mannschaft einlaufen", so Bärwald, "wer und wie viele wird sich in den kommenden Wochen entscheiden."
Eine große Ehre, wie ein Blick in die aktuellen Kräfteverhältnisse im internationalen Badmintonsport zeigt: Fünfmal in Folge haben die Chinesen zuletzt die Mannschaftsweltmeisterschaft für sich entschieden. Mit Lin Dan besitzen sie zudem den zur Zeit aufregendsten und auch erfolgreichsten Badmintonspieler der Welt in ihren Reihen. Seit dem Jahr 2006 holte der heute 28-Jährige vier WM-Titel und wurde 2008 in Peking Olympiasieger.
Der Clou: "Uns ist zugesichert worden, dass er auf jeden Fall in Dessau zum Kader gehören wird", sagt Hirsch. Dass die Chinesen überhaupt in Deutschland (Dessau 11.10. / Wuppertal 12.10.) ihre Visitenkarte abgeben, ist dem Umstand geschuldet, dass wenige Tage später in Dänemark die "Danish Open" stattfinden.
"Und da wollen die Chinesen natürlich mit ihren besten Leuten dabei sein", sagt Karl-Heinz Kerst. Der Präsident des Deutschen Badminton Verbandes (DBV) war erst vor einigen Tagen in Dessau zu Gast - und wurde hier auf dem Verbandstag des DBV wiedergewählt. "Dessau ist seit jeher ein prima Pflaster für uns", sagt Kerst, dessen Verband nach 2002 (Frankreich), 2007 (England) und 2010 (Dänemark) bereits zum vierten Mal ein Länderspiel nach Dessau vergibt. "Die Austragung hier hat große Zugkraft in der Region", freut sich Kerst, der besonders gern an das Spiel im Jahr 2007 zurückdenkt.
Fünf Partien werden gespielt
Damals strömten 2 014 Fans in die Anhalt-Arena, um die deutsche Mannschaft zu sehen. "Bis heute ist das Länderspielrekord", ist Ralph Hirsch stolz, der trotz aller Erfahrung und der Austragung von bisher bereits 58 Länderspielen zugibt: "Um dieses hier musste ich extrem hart kämpfen."
Das Interesse ist schon jetzt groß. "Noch bevor die Partie offiziell war, gab es die ersten Vorbestellungen", verrät Hirsch. Absolviert wird dieser Abend in insgesamt fünf Partien: Herreneinzel, Dameneinzel, Herrendoppel, Damendoppel und einem Mixed. Auch die deutsche Mannschaft wird in absoluter Bestbesetzung nach Dessau-Roßlau kommen.
"Ich erwarte eine großartige Stimmung und Sport auf Weltklasse-Niveau", sagt der Sportdirektor. Selbst ein neuer Länderspiel-Zuschauerrekord scheint nicht ausgeschlossen. Und das wäre dann wieder eine Schlagzeile.