Basketball: Das wichtigste Spiel im Titelkampf

04.05.2012 22:11 Uhr | Aktualisiert 05.05.2012 18:53 Uhr
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Im Duell

Die Hallenserin Tamara Tatham in der Defense gegen Lacey Jae Haughian (links). (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)

Von Christoph Karpe
Es wird das wichtigste Spiel der Serie, es geht um den ersten Matchball im Titelkampf. Und beinahe schon um Alles. Basketball Lions-Trainer Dornhoff weiß: "Wer heute gewinnt, wird wohl Meister."
Halle (Saale)/MZ. 

Es wird das wichtigste Spiel der Serie, es geht um den ersten Matchball im Titelkampf. Und beinahe schon um Alles. "Wer heute siegt und 2:1 in der Serie in Führung geht, der hat alle Chancen auf seiner Seite, der wird wohl auch die Meisterschaft zu seinen Gunsten entscheiden", sagt Martin Dornhoff, der Trainer der Lions. Und wegen dieser Brisanz dieses dritten Duells in Wolfenbüttel zwischen dem Gastgeber und dem SV Halle erwartet der 67-Jährige eine wahre Schlacht. Neben der Treffsicherheit zählt vor allem der körperliche Einsatz in diesem eigentlich körperlosen Spiel, wie Basketball so gern irreführend genannt wird.

Dann lässt sich der Trainer in seinen taktischen Drei-Punkte-Plan blicken. Zunächst: "Wir müssen Wolfenbüttels Spielerinnen aus der Zone unter unserem Korb herausboxen", sagt Dornhoff unmissverständlich. Diese Sonderaufgabe bekommen Ashley Ellis-Milan und Anna Heise. "Sie müssen sich mit ihrem Körper dagegen stemmen", verlangt er. Denn gerade hier hat er noch Reserven ausgemacht - trotz des eigentlich überragenden Auftritts seiner Lions beim 93:84-Erfolg im Heimspiel am vergangenen Dienstag. Denn bei den Balleroberungen unter dem Korb überragte in seiner Mannschaft wie gewohnt Tamara Tatham. Auf ihr Konto gingen 15 der 34 Lions-Rebounds. Ellis-Milan, die 1,87 Meter lang und damit zwei Zentimeter größer ist als Tatham, spielte zwar fast 32 Minuten, bekam aber nur drei Bälle nach Fehlwürfen zu fassen, Heise (1,88) zwei in ihren gut zehn Minuten. Allerdings sind in den Reihen der Wildcats gleich vier Spielerinnen über 1,87 Meter groß. Diesen Vorteil nutzten die heutigen Gastgeberinnen vor allem bei ihrem 61:54-Heimsieg vor einer Woche. 36:30 lautete da die Rebound-Bilanz zu Gunsten des BV.

Dornhoff hat seinen Damen beim Videostudium zugleich eine zweite Stellschraube gezeigt: Die eigenen Ballverluste (Turnover). 16 Mal schenkten sie beim Heimsieg den Ball her: "Ich habe sie eindringlich zur Konzentration ermahnt."

Dritter Schwerpunkt: Die Stars des Gegners. "Wir müssen Wolfenbüttels US-Girl Natasha Harris besser verteidigen. Sie macht vor dem Korbwurf immer die gleiche Finte. Das haben wir im Videostudium analysiert und werden hoffentlich nicht mehr so oft darauf hereinfallen", so Dornhoff. Harris erzielte in Halle 24 Zähler , 17 waren es vor einer Woche. Und dann ist da noch die "unglaublich starke" - wie Dornhoff sagt - Tenaya Watson, die in Halle vier von vier Drei-Punkte-Würfen versenkte. "Die wird uns mit ihrer Athletik Sorgen bereiten. Die müssen wir offensiver verteidigen", sagt der Coach.

Der Rest "muss so passen wie am Dienstag", wünscht sich Dornhoff. Er meint die Trefferquote von großartigen 62 Prozent aus dem Feld und das Tempo. "Konditionell sind wir auf einem guten Niveau - auch wenn es langsam an die Substanz geht." Und zugleich stimmt das Selbstbewusstsein. "Wir haben in dieser Saison schon so viele komplizierte Situationen überstanden, dass wir daraus gestärkt hervorgegangen sind", sagt Martin Dornhoff. Und deshalb hofft er am Sonnabend auf den wohl entscheidenden Coup.